Constanza Macras: Mein HAU

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Gleich in der ersten HAU-Saison fing ich an, dort zu arbeiten. Matthias Lilienthal hatte «MIR – a Love Story» gesehen und traf mich auf einen Kaffee. Er hatte eine Idee, als er hörte, dass ich informell Kinder zumeist arabischer Herkunft in Neukölln unterrichtete, und wollte, dass ich daraus eine Inszenierung mache.

Es wurde die allererste Auftragsarbeit für meine Tanzcompagnie Dorky Park. Das HAU produzierte sie zu 100 Prozent, ich brauch­te nicht überall herumzurennen und nach Geld zu fragen – eine völlig neue (und immer noch seltene) Erfahrung für mich und Dorky Park.

«Scratch Neukölln» wurde in der Eröffnungsspielzeit der neuen Leitung präsentiert – ein überraschendes Risiko und ein Vertrauensbeweis, der jeden Künstler ermutigt.

Allerdings war mir die Vorstellung unheimlich, die Kinder (die wirklich Kinder waren – im Alter von 3, 9 und maximal 11 Jahren) einfach aus ihrem Neuköllner Kontext zu reißen und auf die schöne Bühne des HAU 1 zu stellen. Ohne eine Antwort auf die Frage, was vorher und nachher mit ihnen passieren sollte. Ich wollte kein anthropologisches Experiment veranstalten und das Publikum wie durch ein Mikroskop auf eine soziale Gruppe blicken lassen, sie auf der ...

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Theater heute April 2012
Rubrik: Neun Jahre HAU, Seite 27
von Constanza Macras

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