Es war Mord

Jessica Hausners Kleist-Film «Amour fou»

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Ein beinahe gleißendes Himmelblau, vor dem das Gelb der Fresien umso sonniger leuchtet. Ein sattes Tiefgrün, vor dem sich das silbergraue Hundefell vorteilhaft abhebt. Ein kräftiges, laszives Pink. Ein schwarz-cremefarben gewürfeltes Blättermuster, das ver­wirrende 3D-Effekte hervorruft: In solchen Farben und Tapeten erstrahlen die Räume des fiktiven Preußens, das die österreichische Regisseurin Jessica Hausner in ihrem höchst eigenwilligen Historienfilm «Amour fou» beschwört.

Zwar ist der Haushalt des Berliner Rentmeisters Vogel, in dem um 1810 der Dichter Heinrich von Kleist ein- und ausging, genau so streng und aufgeräumt, wie man das von den Bürgern eines militaristischen Vernunftstaats erwarten würde. Doch Szenenbildnerin Katharina Wöppermann macht von der Farbpalette so ungenierten Gebrauch, dass dieses Preußen zwischen Aufklärung und Biedermeier zumindest visuell eine unerwartet sinnliche, lebensfrohe Note erhält.

Umständlich in den Tod

Überhaupt stellt Jessica Hausner die historisch verbriefte Liebe zwischen Kleist und der Bürgersfrau Henriette Vogel in ein völlig neues Licht. So fou war in ihrer Lesart diese Amour nämlich keineswegs: Der in seine Cousine Marie verliebte ...

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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Eva Behrendt

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