Elefantengroße Liebe
Schwer zu sagen, was einem hier gezeigt wird: Ist es die Dramatisierung der Tagebücher und Briefe zweier Menschen? Und wo fangen der «Mann» und die «Frau» überhaupt an, wenn Herbert Achternbusch und seine langjährige Lebensgefährtin und Lieblingsschauspielerin, die im Jahre 2005 gestorbene Annamirl Bierbichler, doch so offensichtlich hinter diesen Figuren hervortreten, dass sie sich sogar mit Vornamen anreden?
Der Text «Einklang» des Gesamtkünstlers Achternbusch wirkt im ersten Moment so persönlich, dass man meint, als ungebetener Zaungast Worten zu lauschen, die kaum
für fremde Ohren bestimmt sind. Doch das unverhohlen Autobiografische vermischt sich in den siebzehn unchronologischen Momentaufnahmen mit einer allgemeinen schicksalhaften Dimension, denn der Tod ist der Ort, von dem aus die Erinnerung zur Sprache kommt. In dieser posthumen Verarbeitung der gemeinsamen Zeit gewinnt die Verklärung kaum die Oberhand, zu sehr zeugen die Dialoge nicht nur von der Größe einer Liebe, sondern auch vom Aneinandervorbeigehen, von Einsamkeit und Abhängigkeit und entbehren nichts an absurder, aber auch inniger Tragik. Die detaillierte Rekonstruktionsbesessenheit einzelner Liebesmomente oder ...
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Schon ein Blick auf den Theaterzettel verrät, dass einen in Barbara Freys Inszenierung kein konventioneller «Sturm» erwartet: Der Titel des Stücks hat seinen bestimmten Artikel verloren, und auf der Besetzungsliste finden sich nur drei Schauspieler. Nur Prospero, Ariel und Caliban haben das Massaker der Strichfassung überlebt. Die Bühne (Bettina Meyer) ist karg...
Neulich geriet Armin Petras, den man nicht unbedingt als wortkargen Menschen kennt, auf einem Podium ins Stocken: Der Moderator hatte lässig nachgefragt, wie viele Inszenierungen er in der vergangenen Saison eigentlich herausgebracht habe. Petras dachte lange nach. Dann spekulierte er: «Sechs? Sieben?»
Dürfte in etwa hinkommen: Mehr als siebzig...
Neue Nachbarn lernt man kennen, indem man sich von ihnen Geschichten erzählen lässt. Wobei nicht nur der Inhalt, sondern vor allem auch die Art und Weise des Erzählens Aufschluss über die momentane Gemütslage, begründete und unbegründete Ängste und Hoffnungen geben können. Seit der Heidelberger Stückemarkt vor einigen Jahren, noch unter Intendant Günther Beelitz,...
