Eine Generation, die ihre Bildung umtauschen musste
Günther Rühle erzählt - vier Fragen und ein Leben als Antwort
Franz Wille: Lieber Herr Rühle, Sie sind Jahrgang 1924, haben noch den Rest des Hitler-Theaters erlebt und jetzt über den Neuanfang nach 1945 geschrieben. Wie haben Sie den Übergang geschafft? Ihre Generation, die jüngste, die noch im Krieg war, musste schnell umdenken, umlernen.
Günther Rühle: Als ich eingezogen wurde zu Hitlers Wehrmacht, war ich 17, war in Bremen auf dem Altsprachlichen Gymnasium, Griechisch-Latein. Die Einberufung kam ein Jahr vor dem Abitur.
Es gab einen Reifevermerk im Zeugnis, dann ein halbes Jahr Arbeitsdienst, Rekrutenausbildung bei der Luftwaffe, Kriegsschule, drei Jahre dauerte noch der Krieg. Ich war bei der Luftabwehr, erlebte die schweren Luftangriffe auf Köln, auf Hamburg. 1945 zogen wir, weil wir noch eine intakte Flak-Batterie hatten, bis Schleswig-Holstein, um den Rückzug zu decken, wollten immer noch den Krieg gewinnen. Das versteht man heute nicht mehr. Ich war acht Jahre alt, als Hitler an die Macht kam, also voll erzogen nach den «neuen Prinzipien». 1945 dann ein sogenannter Kapitulationsleutnant, die Beförderung «an Führers Geburtstag» erreichte uns Oberfähnriche nicht mehr. Als es ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 50
von Franz Wille
Die letzten Tage der Menschheit sind jetzt auch schon wieder hundert Jahre her. Aus gegebenem Anlass war das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele 2014 monothematisch dem Ersten Weltkrieg gewidmet, und da führte an Karl Kraus’ großem Wiener Weltkriegstheater «Die letzten Tage der Menschheit» (1922) kein Weg vorbei.
Die im Landestheater als Koproduktion mit...
Es ist ist wie mit Kindern, wenn sie spielen, dass sie gerade eine Prinzessin oder eine böse Hexe sind. Ernst ist es natürlich auch, schließlich musste man als Zuschauer ja das Handy abgeben und wurde wie am Flughafen kontrolliert. Die Strafgefangenen, die in den folgenden vierzig Minuten durch die Zuschauerreihen gehen, können auch Kontakt mit der Außenwelt...
Was für eine profane Antwort! Woran Peer beim Onanieren denkt, wollte Miriam wissen. Und was hat Peer gesagt? «Harte Brustwarzen, die nach Nivea riechen.» Das kann’s doch nicht sein! Onanie, das ist für Miriam die Möglichkeit, vollkommen autonom Glück zu produzieren, mit den eigenen Händen: «Das schönste Gefühl der Welt, sage ich, der einzige autarke Moment in...
