Ein ganz anderes Arbeiten
Bernd NoackHerr Zehelein, Sie engagieren sich als Präsident des Deutschen Bühnenvereins sehr für die Landesbühnen. Was fasziniert Sie denn so besonders daran?
Klaus ZeheleinLandesbühnen sind keine Wandertheater, die Gastspiele absolvieren, sondern sie sind Theater für jene Regionen, die nicht über feststehende Theater verfügen. Im Gegensatz zu den Tournee-Theatern arbeiten sie kontinuierlich in den von ihnen bespielten Gemeinden und Städten. Diese kulturelle und künstlerische Kontinuität ist es, die die Landesbühnen auszeichnet und unverzichtbar macht.
Es geht ihnen weniger darum, flächendeckend Kultur zu produzieren, als vielmehr ihren Sinn in der Entwicklung regional und inhaltlich bezogener, bewusster Entscheidungen zu begreifen. Zum Beispiel widmen die Landesbühnen über ein Drittel ihres Engagements Kindern und Jugendlichen. Ich weiß, dass viele an den Landesbühnen Arbeitenden ihr künstlerisches und gesellschaftliches Engagement als etwas Selbstverständliches erachten.
NoackDas klingt alles so positiv, dass man Angst hat zu fragen, ob da nicht doch irgendwo ein Haken ist ...
ZeheleinVorenthalten werden sollen nicht die Umstände, die Bedingungen, unter welchen diese Arbeit ...
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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Fahrendes Volk, Seite 13
von Bernd Noack
Nur knapp entging New Orleans dem Schicksal von Atlantis, als vor beinahe sechs Jahren die Dämme brachen und die Flut von Hurricane Katrina die Stadt in den Mississippisümpfen überschwemmte. Bilder von im Superdome zusammengepferchten und im Schlammwasser ertrinkenden Menschen flackerten über Bildschirme gemeinsam mit Nachrichten über den kompletten Zusammenbruch...
Oliver ReeseSimon Stephens, gestern war die Uraufführung Ihres neuen Stücks. Wie war’s?
Simon StephensWas für ein Einstieg! Das Stück heißt «Wastwater» nach einem See im Lake District im Norden Englands. Es ist der tiefste See in England, aber das Stück hat absolut nichts mit dem See zu tun.
ReeseAlso wie «Pornographie», das ja auch nichts mit Pornographie zu tun...
Laura de Weck ist gerade 30 geworden und macht gerne wenig Worte um Weniges.
Die Worte sitzen dann in aller Schlichtheit so präzis ineinander wie korrekt verschraubte
Ikea-Möbel. Sie erzählt mit trockenem Witz kleine Geschichten, die jeweils in Rekordkürze
und mit einem Rekordreduktionismus zwar noch nicht zum großen Gesellschaftsentwurf, aber doch immerhin zu...
