Die soziale Frage

Wieviel Arbeitslosigkeit verträgt das Theater? Oder Elendsspiele mit und ohne Krankenschein: Thomas Ostermeier bestattet sorgsam Mayenburgs «Eldorado», und Armin Petras umsorgt Fritz Katers «3 von 5 Millionen»

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Bewerben Sie sich alle drei Jahre bei einem anderen Unternehmen, auch wenn Sie keinen neuen Job suchen, empfiehlt der «Nr.1-Bestseller: Simplify your life», beworben von der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» und dem «Stern»: «Damit Sie, wenn Sie arbeitslos werden, nicht vor dem Nichts stehen.» Dabei steht man in so einem Fall gar nicht vor dem Nichts, sondern vor ziemlich viel: Problemen, nämlich. 

Zum Beispiel Anton, Mitte 30, und in internationalen Immobilienanlagen tätig.

Er hat eine künstlerisch ehrgeizige Frau, eine steinreiche und ungezwungen altersgeile Schwiegermutter, erwartet demnächst ein sicher reizendes Töchterchen. Man richtet sich gerade in einem frisch bezogenen Haus mit Garten ein, in vermutlich bester Lage. Dummerweise hat Anton einen kleinen Fehler gemacht, irgendwas mit der Unterschrift seines Chefs. Der Alte feuert ihn persönlich und diskret, was die Sache nicht besser macht. Denn jetzt folgt das ganze Programm, angefangen mit der familiären Verschleierungstaktik und der unvermeidlichen Ehekrise über den Ruin zum Selbstmord. Das saturierte Mittelstandsdrama hat Marius von Mayenburg so versiert konventionell in Szenen gefasst, wie das Leben seiner ...

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Theater heute Februar 2005
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Franz Wille

Vergriffen
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Notizen

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