Die Satanslalle
Kommissar Schneider ermittelt. Aber was klärt er auf? Nichts. Verwirrung, Dimensionsverschiebung ist das Ziel. Helge Schneiders Krimis sind keine Whodunits, sondern Dschungelbücher, semantische Irrgärten aus der zur Banalität befreiten Phantasie.
Hatte Helge Schneiders verwirrtes Musical «Mendy, das Wusical» noch so etwas wie eine Handlung, wenn auch keinen Zusammenhang, so wird in seinem zweiten Bühnenwerk für das Bochumer Schauspielhaus die spezielle kriminalistische Kombinationslogik vollends zerstäubt, aufgelöst, verpufft.
«Beim SPD-Parteitag ist es in Bochum zu Ausschreitungen gekommen. Die Politiker sind ein paar Schritte im Park gegangen.» Kommissar Schneider antwortet auf diesen Scherz ernsthaft: «Wenn ich jetzt nicht über ihren Wortwitz lache, liegt es daran, dass ich zu hart bin für solche weichgezeichneten Humoresken. Ich ziehe harte, derbe, ja sogar schlimme Witze vor.» Diese derben Witze erweichen auch dem härtesten Helge-Schneider-Skeptiker das Hirn. Und die weichen Wortwitze erhärten den schlimmsten Verdacht: alles nur Blödsinn. Wer Selbstironie für ein Zeichen von Intelligenz hielt, wird hier belehrt. Man kann sich selbst auch ganz banal durch den Kakao ziehen, auf ...
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In grauen Arbeitskitteln treten sie vor das Publikum, wie Hausmeister, Elektriker, Verkäufer, fragen: «Was wissen wir eigentlich von der Arbeit? Was wissen wir von ihr und den auflösbaren Bezügen zwischen der Arbeit, dem Sinn unseres Lebens und der Form unserer Gesellschaft?» Das bleibt die Frage des Abends, und dazu wird, mit kräftiger Hilfe von «Onkel Wanja»,...
Das für ein Einsatz: Er hat sich an die Wand geworfen, immer wieder, bis er endlich niedergesunken ist. Käfergleich hat er sich dort am Boden um die eigene Achse gedreht und mit den Füßen gegen die Wand getreten, als wollte er, der Schwerkraft trotzend, bis zur Decke hochspazieren. Hat ein armseliges Tannenbäumchen umarmt, hat dem Chauffeur über die Stoppelhaare...
Das Ambiente erinnert ernüchternd und nur zart überhöht an die Räumlichkeiten, in denen nicht nur vielerorts beschäftigte Bühnenbildner (hier: Bettina Meyer) vermutlich ihre feudalen Nächte zu verbringen pflegen: In subtilem Braun und Kackgrün gemusterte Auslegeware zieht sich auch noch die halbhohen Wänden hoch, Furnierholz ummantelt die sittsam getrennten...
