Die rheinischen Nebel
Beginnen wir mit dem Logo. «D’haus» bezieht sich auf das Kürzel, das gelegentlich benutzt wird, um die Landeshauptstadt «D’dorf» auf kompaktes Format zu stutzen (Köln derart kleiner zu kriegen, funktioniert nicht).
Ist es eine Geste der Selbstbescheidung? Annäherungsversuch an das umliegende «Dorf»? Oder reagiert das Label ironisch-bitter auf die für das Schulz-Team unzumutbare Situation der sich hinziehenden Unbespielbarkeit des Bernhard-Pfau-Baues am Gustaf-Gründgens-Platz durch die akut gewordene Sanierung und Reparatur von Technik und Fassade (Kosten von 20 Millionen aufwärts bis 40) und durch die Riesenbaustelle für den sogenannten Kö-Bogen II?
Die Kommune hat zwar A gesagt (Unsere Stadt soll schöner werden), aber nicht weitergedacht. Nachdem der Platz selbst an einen Investor für 70 Millionen Euro verkauft wurde, ist ein umfassender Gesamt-Entwurf des Architekturbüros Ingenhoven mit einem scharf geschnittenen Gebäuderiegel geplant, der sich klug in Dialog setzt zu dem von Pfau ursprünglich entworfenen Ensemble mit Thyssen-Hochhaus und die Sichtachse zur Königsallee hin freilegt. Mittlerweile gehen Freunde des ungewöhnlicherweise je zur Hälfte von Stadt und Land NRW ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Start, Seite 32
von Andreas Wilink
Der Keim der wahren Freiheit gedeiht in Unfreiheit», lautet eine von Alexander «Kruso» Krusewitschs dialektischen Überzeugungen. Ja, es muss im Spitzelstaat DDR aufregend anarchische Spielräume gegeben haben, kaum nachvollziehbar aus heutiger Perspektive und schon gar für einstige Kinder der BRD allenfalls diffus erahnbar. Immer noch und immer wieder werden diese...
So viel Etikettenschwindel war schon lange nicht mehr. «Wunderbare Jahre» behauptet der Buchtitel; der leere rote Plastikstuhl allerdings, der darunter ins Bergmassiv blickt, könnte zu denken geben. Doch dann kommt der Klappentext und spinnt weiter: Wunderbare Jahre waren das angeblich, «als wir noch die Welt bereisten», «schön, abenteuerlich, romantisch». Und...
Erinnert sich noch jemand an Werner Schwab? Den Grazer Radikaldramatiker Anfang der Neunziger, der wie Phönix aus der steirischen Asche stieg, in drei Jahren anderthalb Dutzend Stücke schrieb und sich in der Silvesternacht 1994 35-jährig zu Tode trank? Gelegentlich stehen noch seine «Präsidentinnen» auf einem Spielplan als unkaputtbare Klokomödie mit drei...
