Die neue Klassengesellschaft?

Theater heute - Logo

+ Während sich Arm und Reich in Deutschland wieder schärfer trennen und neu sortieren, müssen sich auch die Bühnen altneuen Fragen stellen.

 Warum kommen immer dieselben Häuser zum Berliner Theatertreffen? Wie gut und ambitioniert ist das Schauspiel in der sogenannten Provinz? Welche Dynamik hat die deutschsprachige Bühnenszene in den letzten Jahren erfasst? Ob wir auf dem Weg in eine strenge Klassengesellschaft sind, in der ein knappes Dutzend Metropolentheater sich abkoppelt und den Wettbewerb der Besten unter sich ausmacht, oder ob es auf den Brettern noch eine einigermaßen homogene und chancengleiche Mittelstandsgesellschaft gibt, das untersucht eine Reportage: Wie sieht es wirklich aus in Hamburg und Rostock, Kassel und Bochum, München und Jena?

Theaterstrukturen sind das eine, persönliche Lebenswege das andere. Wie durchlässig ist das Bühnengewebe nach oben und unten, gibt es noch die alten Karrierewege aus der tiefen Provinz über mehrere Stationen an die Spitze, oder muss man auch hier umdenken? Einmal oben, immer oben – einmal übersehen, immer abgelegen? Stichproben, alles andere als zufällig.

++ Der Fotograf Arno Declair hat sich auf die Nord-Süd-Reise gemacht – von Rostock ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Die neue Klassengesellschaft?, Seite 4
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kleine neue Welten in der alten Welt

Eines Tages hatte Gott Lust auf ein Festspiel. Es sollte etwas sehr Üppiges sein mit vielen Königen, Engeln, Hirten, Schafen und einer Sturzgeburt in einem Stall. Doch als er alle möglichen Tier- und Menschendarsteller zusammengetrommelt hatte, wollten die Engel gar keine Engel sein, sondern sagten immer: «Gelobt sei der Herr: Ficken ist geil!», und Maria sang:...

Mörderisch stark, tödlich verletzt

Draußen vor der Tür versteigert der fast schon gewesene Intendant die Resterampe: Rutschen, Pappmachéwolken, -panzer, -brote, rote Pfeile mit Glühbirnchen, Zebrapuffs von Pollesch. Drinnen weint seine Protagonistin. Aber erst kassiert sie: 1 Euro pro Zuschauer, der dafür 60 Sekunden lang Wiebke Puls und das große Haus des Deutschen Schauspielhauses Hamburg ganz für...

Stadtplan Seele

Eine befreundete Schauspielerin, die gegenüber von Schimmelpfennigs Berliner Wohnung lebte und einen steten Einblick in sein Familienleben hatte, fuhr im Winter niemals mit der Straßenbahnlinie auf der Greifswalder Straße. Es wäre zwar der kürzere Weg, meinte sie, aber sie bereue sonst zu sehr, nach Berlin gezogen zu sein. Sie fuhr lieber einen Umweg über die...