Die Banalität des Bösen

Die rumänische Performerin Gianina Carbunariu erforscht mit ihren Doku-Fiction-Arbeiten Vergangenheit und Gegenwart des nachkommunistischen Rumänien

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Bekannt wurde die 1977 geborene Rumänin Gianina Carbunariu durch ihre Arbeiten als Autorin und Regisseurin in der Freien Szene. Ihre jüngsten Performances aber entstanden zunehmend als internationale Koproduktionen in Repertoiretheatern. Kürzlich erhielt sie auch den renommierten rumänischen Theaterpreis UNITER für dokumentarisches Theater (der eigens für ihre Arbeit kreiert wurde), ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung, die sich die notorisch unterschätzte Freie Szene endlich in der stark am Mainstream orientierten konservativen rumänischen Theaterlandschaft verschafft hat.

International wurde Carbunariu erstmals wahrgenommen als Autorin und Regisseurin von «Kebab», ein Stück über junge rumänische Immi­granten in Irland. Ihre letzten Arbeiten basieren alle auf dokumentarischen Recherchen in Archiven und Gesprächen, denen sie in einem fiktionalen Rahmen Form gibt. So hat sie ein unverwechselbares Format geschaffen: eine performative Doku-Fiction von großer sozialer und politischer Relevanz. Sie untersucht die jüngste rumänische Geschichte und ihre sozialen Fragen und gibt Themen Raum, die das rumänische Theater sonst meidet und die in den Medien verkürzt und verfälscht ...

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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Ausland, Seite 40
von Andrea Tompa

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