Der Wühler

«Dieser weiche und doch durch und durch männliche Anschlag, den Sie haben, Maestro, ist einzig», heißt es vom Kadett Horvat in Miroslav Krleza «In Agonie». Das gilt auch für Martin Kusejs Protagonisten Shenja Lacher, findet

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Mit seinen 35 Jahren ist Shenja Lacher schon mächtig rumgekommen und hat praktisch an allen Rändern Deutschlands gekratzt. Von der Rostocker Schauspielschule im hohen Nordosten ging es zum Erstengagement nach Zittau ins tschechisch-polnische Dreiländereck. Dann nach kurzer Stippvisite in der Mitte, in Mannheim, weiter in den äußersten Nordwesten nach Oldenburg. Und schließlich ab in den Süden, nach München ans Residenztheater. Und da ist er jetzt, der Deutschland-Tourer, schon sieben Jahre.

Und wie es so ist, wenn einer viel rumkommt und man selbst etwas rumkommt, dann sieht man ihn hier und da wieder. Und immer war es ein denkwürdiges Erlebnis. Zum ersten Mal 2004 beim Sächsischen Theatertreffen in Chemnitz (TH 6/2004), wo Lacher in der Titelpartie des «Hamlet» mit dem Theater Zittau gastierte. Ein kräftiger, rotziger Typ war dort zu sehen, einer, dem der feine schwarze Designeranzug so wenig zu passen schien wie die ganze schwüle Nachtclubatmosphäre dieses dänischen Hofstaats. Dänemark, das war in der Regie von Roland May ein frivol-schwüles Hinterzimmer der Macht, ein wenig retro im Stile des Ostberliner Café Moskau gehalten. Und Lacher, alles andere als ein zagender und ...

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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Christian Rakow

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