Der Weltnetzwerker
Kennengelernt habe ich Martin Berg im Sommer 2001. Ein paar Wochen davor war ich aus Südamerika zurückgekommen, wo mir – dem eigentlich noch in Gießen studierenden Schweizer – das Goethe-Institut Córdoba ermöglicht hatte, mit argentinischen Pförtnern ein Stück zu inszenieren. Oder besser: deren Blick auf die sich gerade transformierende argentinische Gesellschaft. Die Pförtner waren arbeitslos und standen im Stück buchstäblich auf der Straße. Das Publikum beobachtete sie aus einem Büroraum durch ein großes Fenster in ihrer Welt.
Von diesem Stück hatte der Leiter des Theaterbereichs im Goethe-Institut gehört und mich zum Termin in die Münchner Zentrale einbestellt.
In der Dachauer Straße stieg ich aus der Tram – und wurde erstmal von einem riesigen Gebäude erschlagen. An der Fassade waren die Wörter Goethe und Institut so monumental angebracht, dass das Haus Dimensionen eines Tempels oder Ministeriums annahm. Ich musste an ein Gastspiel des Thalia Theaters in São Paulo denken, dessen Zeuge ich auf dem Rückweg geworden war: deutsches Sprechtheater mit hinterherhinkender Übertitelung in aufwändigem Bühnenbild, aufgebaut durch dutzende deutsche Techniker. Es hieß, über 40 Menschen ...
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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Stefan Kaegi
Als Theater noch für ein Politikum gut war: 1988 plante der Musicalproduzent Friedrich Kurz, den zuvor unter anderem als Varieté, Kino und Kaufhaus genutzten Gebäudekomplex Flora im Hamburger Schanzenviertel zu einem Theater umzubauen, um dort Andrew Lloyd Webbers «Das Phantom der Oper» zu zeigen, worauf sich im damals alternativ geprägten Stadtteil Protest erhob....
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30. Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray
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3. Zappa Mulas, Auge um Auge
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10. Müller/Ehrlich,
Jungfrau ohne Paradies
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16. Stamm,
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2. Undercover – Agenten ohne Grenzen, Die neue Staffel zur...
Im zwölften Jahrhundert wurde die traurige Geschichte von Tristan und Isolde von Dichtern in Frankreich, England und Deutschland erzählt. Mit ihren Motiven wurden Pokale und Bücher bemalt, Holzkästchen und Elfenbeintafeln beschnitzt. Es war ein höfisches Märchen, das die ehebrecherischen Eskapaden mit interessierter Distanz betrachtete. Die Romantik entdeckte das...
