Der Ernst der Lage
Meinen sie das wirklich ernst? «Den jungen Regisseur Sarantos Zervoulakos», ist auf der Website des Düsseldorfer Schauspielhauses zu lesen, «reizt es zu überprüfen, ob man heutzutage noch eine Landpartie unter falschem Namen unternehmen muss, um ein Anderer zu sein.»
Nun. Man muss sich ja nicht gleich einen martialischen Avatar erfinden, um als tapferer Krieger durch künstliche Computerwelten zu fegen, während man eigentlich mehr so der Typ Couchpotato ist.
Es reicht ja schon, wie auf Partnervermittlungsportalen an Steckbriefen gefeilt wird, um mit attraktiverem Alter Ego auf die Pirsch zu gehen. Kommunikation im digitalen Zeitalter beginnt damit, dass permanent irgendwo «Profile» angelegt und die eigene Vita oder Timeline designt werden müssen. Du bist, wer du sein willst. Und wer du vorgibst zu sein.
Während sich unsere Welt also zu einem Tummelplatz multipler virtueller Persönlichkeiten entwickelt, entdecken die Theater Oscar Wildes «Bunbury oder Ernst sein ist wichtig» wieder: das Über-Eck-Spiel zweier Lebemänner, die auf die Klarnamen John und Algernon hören, sich aber unter ihren Zweitidentitäten Bunbury und Ernst wahlweise auf dem Land oder in der Stadt amüsieren. Der Witz ...
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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Vasco Boenisch
Er heißt Harry und ist einer jener Helden, denen alles misslingt und die trotzdem ganz optimistisch wirken. Seine Frau starb vor Kurzem an Krebs, die Tochter zieht sich zunehmend zurück, und es sieht so aus, als wolle sie dem Großpapa den Enkel vorenthalten. Warum das so ist, erfahren wir etwas später: Die Tochter leidet an Depressionen und gab ihr Kind fürsorglich...
Personen
Dora, die Assistentin
Hospitantin ohne Namen
Hermann Schwinder, ein älterer Herr
Martin Neumann, ein jüngerer Mann
Sophie Sikora, eine Frau um die 30
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DER BISWEILEN LEERE RAUM
Eigentlich sollte dieser Raum leer bleiben
Dass er sich fülle erst im Verlauf der Zeit
Mit den Blicken der Betrachter
Und Erwartungen aus anderen Zeiten
Die in Widerstreit...
Es ist nicht nur ein Neustart, sondern auch eine Rückkehr für Carsten Knödler. Er ist seit dieser Spielzeit der neue Schauspieldirektor am Theater Chemnitz und damit Teil einer sächsischen Rochade. Sein Vorgänger war Enrico Lübbe, der nun das Schauspiel Leipzig führt, wo er unter Wolfgang Engel als Hausregisseur tätig war. Knödler hingegen hat sich seine ersten...
