Der brave Soldat Rolf
Klar, dass hier nur das stehen kann, was die Geschichte der Theaterkritik einen Verriss nennt. Längst hat sich ja der Autor Rolf Hochhuth mit einer Form von Eigensinn, die ihresgleichen sucht, zielstrebig hinaus beschleunigt aus dem zeitgenössischen Diskurs; und letzthin dem Deutschen Nationaltheater in Weimar die Uraufführung des jüngsten Stückes sehr kurz vor der Premiere untersagt, weil der Regisseur den zentralen Mann des Stückes mit einer Frau besetzt hatte.
Jetzt, nach der mit Hochhuths Billigung (und vermutlich auch mit Hochhuths Geld) erfolgten Uraufführung in der angemieteten Akademie der Künste in Berlin, muss die Weimarer Strategie in jeder Hinsicht fahrlässig erscheinen – denn natürlich holt sich immer ein Skandälchen ins Haus, wer speziell diesem Autor derlei Regie-Tricks möglichst lange zu verschweigen sucht. Und auch was sich Michael Simon in Weimar mit dem Männchen-Weibchen-Wechselspiel gedacht haben könnte, bleibt sein Geheimnis.
Methode Schwejk
Immerhin ist «Heil Hitler!» kein pamphletistisches Gepolter, wie es «McKinsey kommt» war; und Hochhuth lässt auch niemanden auf der Bühne zum Tyrannenmord an irgendeinem Deutsche-Bank-Direktor aufrufen. Er bewegt sich ...
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