Durststrecke im Dauerregen
Zuallererst einmal hält sich Friedrich von Homburg an einer Bierflasche fest, lässt seine Lederjacke auf uns wirken und steigert sich in einen geliehenen Traum – visionäre Fließbandware von der Leinwand (Video Chris Kondek): Mal einen aus der Marlboro-Werbung gefallenen Reiter, mal ein rennendes Kleinkind, mal ein paar stummfilmbeschleunigte Kollegen in Schützengräben. Die Tonspur dazu liefern die «Böhsen Onkelz»: «Ich zeige dir, was es heißt, allein zu sein.»
Tatsächlich wirkt der Prinz wie der letzte verbliebene Besucher eines ungemütlichen Freilichtkinos.
Kein Wunder: Es regnet in Strömen. Zwei Stunden später wird ihm und seiner gesamten Entourage das Wasser rinnsalartig von den Klamotten laufen. Denn Armin Petras – der Romantiker, der das Theater sonst gern mal auf sein anarchisches Kindergeburtstagspotenzial abklopft – spült hier in einem zweistündigen Dauerregen jeglichen Romantizismus von der Bühne.
Natürlich ist er bei weitem nicht der erste Regisseur, der im schlafwandelnden Reiterei-General vorwiegend pessimistisches Potenzial entdeckt. Doch Homburg, der derart felsenfest einen Lorbeerkranz und zudem ein Verhältnis mit der Prinzessin Natalie von Oranien ...
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Vorsichtig bahnen sich drei Kerzen ihren Weg durch ein Tableau aus schemenhaften Gestalten. Stimmen erklingen. Irgendwo in einem dunklen Zimmer haben Tony, Thomas und Christian Buddenbrook das Stammbuch ihrer Familie entdeckt, deren große Zeit längst im dämmrigen Zwielicht der Geschichte in Vergessenheit geraten ist. In Zeiten der Angst vor dem Abstieg...
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Lachen will der neue Mensch. Zu gut gepanzert gegen Mitleidswirkungen ist unsere Seele, als dass uns mit Tragischem noch beizukommen wäre. Das äffische Gemecker ist der animalische Restreflex des auf- und abgeklärten Zuschauers. Erschüttern kann man nur das Zwerchfell noch. Allein die Groteske kommt uns bei, wusste schon der selige Dürrenmatt.
So beginnt Jorinde...
