Das System lernt mit
Halten Sie auch die Finanzkrise für eine ganz schlimme Sache? Banken böse? Boni Teufelszeug? Und Hedgefonds für den Untergang des Abendlands? Dann sind Sie hier richtig!
In Basel, das zwar in Sachen Bankerdichte nicht mit Zürich konkurrieren kann und schon gar nicht mit Genf, das aber trotzdem alles andere als arm ist, hat sich Volker Lösch für Robert Harris’ Roman «Angst» entschieden.
Der Superheld in diesem Thriller ist nicht der Detektiv – ein liebenswert rustikaler Cop kurz vor der Pensionierung – und auch nicht die Hauptfigur, ein psychisch labiler ehemaliger Spitzenmathematiker vom Kernforschungszentrum CERN, der sich von der Teilchenphysik verabschiedet und lieber einen Hedgefonds gegründet hat. Sondern dessen diabolische Kreation, ein «selbstlernender Algorithmus», der die Aktienmärkte vorhersehen kann und märchenhafte Gewinne abwirft. Die eigentliche Kristallkugel der Rechenmaschine ist die Höhe der Angst, die gerade im Markt herrscht, denn je ängstlicher Menschen werden, desto vorhersehbarer reagieren sie, wie schon Darwin herausgefunden hatte.
Harris’ letzte Volte, die seine Story allerdings von der Fiction in die Fantasy verschiebt, ist dann die Emanzipation der ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Franz Wille
Sieben tapfere Kritikerlein haben wieder einmal Wind und Wetter, der Bundesbahn
und manchem Stau getrotzt, um pünktlich für das 50. Theatertreffen (Jubiläum – Traraa, Traraaaa!) die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des Bemessungszeitraums (Februar 2012 bis Januar ’13) zu küren. Die zehn Unwiderstehlichen, in alphabetischer Reihenfolge:
«Disabled Theater» von...
Gibt es eine Erklärung für den Gelegenheitsmord der netten, klugen 17-Jährigen Stephanie und Cat an ihrem Kumpel Stephen? Wahrscheinlich schon. Vielleicht aber auch nicht. Tot ist er trotzdem. – Simon Stephens’ «Morning» im Jungen Theater Basel ist ein beiläufiges Stück, das man nicht übersehen sollte.
Wie geht es weiter am Frankfurter Mousonturm? Martine Dennewald...
Die Nazis wussten, was sie an Gerhart Hauptmann hatten: einen von allen Bevölkerungsschichten als moralische Autorität und Gewissen der Nation geschätzten Dramatiker, der eine Erfolgsgeschichte vom einfachen schlesischen Gastwirtsohn zum Seher und Priester, vom Monumentalbildhauer zum Großschriftsteller und Wiedergänger Goethes vorzuweisen hatte und dem der...
