Christine Henniger, Martin Koerber, Karl-Heinz Frommolt, Jan Lazardzig und Thilo Wittenbecher diskutieren «Bewegung im Bild» im Internationalen Theaterinstitut Berlin (ITT); Foto: Internationales Theaterinstitut Berlin

Das digitale Gedächtnis

Wie Theater aufbewahren? Eine Berliner Tagung macht sich Gedanken

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Wer einmal im Archiv der Akademie der Künste den Mitschnitt einer historischen Theateraufführung – beispielsweise Frank Castorfs legendäre «Räuber von Schiller» aus dem Jahr 1990 – angeschaut hat, kennt das Problem: Man starrt stundenlang auf kontrastarmes, grobkörniges Bildoberflächenmaterial, das bei glück­licher Schnittmenge von Kameraausschnitt und Bühnengeschehen die Bewegung von Menschen in einem Raum erahnen lässt. Schon die Zu­ordnung einzelner Sprachäußerungen zu einer Figur ist im allgemeinen akustischen Rausch­zustand eine echte Herausforderung.

Und Bert Neumanns dazugehöriges Modellbuch ist zwar ein berührendes Zeugnis künstlerischer Sorgfalt, vermag aber ebenfalls nur unzulänglich Auskunft über das eigentliche Ereignis zu geben. Kurz: Um mit den materiellen Reliquien einer historischen Inszenierung überhaupt etwas anfangen zu können, empfiehlt es sich, das Original gut zu kennen. 

«Digitalisierungsoffensiven»

Im Wettbewerb um öffentliche Ressourcen und Aufmerksamkeitsökonomien haben es die ma­teriellen Objekte des kulturellen Erbes wie alte Gemälde, historische Architekturen oder pittoreske Porzellanvasen natürlich leichter. Still und beschaulich halten sie dem ...

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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Anja Quickert

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Wien: Vergib uns unsere Schulden

Dafür, dass er aus der Generation Pop stammt, hat der oberösterreichische Dramatiker Thomas Köck (geb. 1986) ein erstaunliches Faible für klassische Musikformen. «Paradies fluten» war als «verirrte Sinfonie» ausgewiesen, sein jüngstes Werk «Die Zukunft reicht uns nicht» firmiert nun als «postheroische Schuldenkantate»; der Untertitel «Klagt, Kinder, klagt!» zitiert...

Daten (01 2018)

Aachen, Grenzlandtheater

30. Enrico, Paulette

R. Uwe Brandt

 

Aachen, Theater

18. Massini, Ichglaubeaneinen­einzigengott.hass

R. Matthias Fuhrmeister

26. Ambjørnsen, Hellstenius und Næss, 

Elling

R. Sebastian Martin

27. Zeh, Unterleuten

R. Marcus Lobbes

 

Aalen, Theater der Stadt

21. Maar, Kikerikiste

R. Winfried Tobias und Ensemble

 

Ansbach, Theater...

Jeder ist ersetzbar

Vielleicht hat Chris Dercon Recht, und dies ist so etwas wie die Stunde Null. An diesem Eröffnungssamstag im November ist die Volksbühne, wenn man vom Publikum absieht, erst einmal leer. So sieht also ein «besenrein» übergebenes Theater aus. Die Bar ist neben die Kasse gezogen, die Kasse in den Pavillon, das Räuberrad zum Restaurator. Büchertisch, Fassadenplakate,...