Danke für das neue Denken
Wer Hans Christian Andersens anlässlich seines 200. Geburtsjahres gedenkt, dem fallen zwar Streichholzmädchen, Seejungfrauen und Schneeköniginnen ein, aber keine einzige Dramenfigur. So bekannt der dänische Dichter als Märchenerzähler ist, so wenig weiß man über ihn als Theaterautor, der die Bühne glücklos liebte und insgesamt immerhin rund 40 Schauspiele und Libretti verfasste, von denen nur wenige je aufgeführt wurden.
«Der Mulatte» ist Andersens erfolgreichstes Bühnenwerk.
1940 wird «das romantische Drama in fünf Akten» im Königlichen Theater in Kopenhagen uraufgeführt, danach notiert der Dichterdramatiker sichtlich erleichtert: «Ja, war das ein Jubel!» Daniel Karasek hat das Stück nun wieder ausgegraben, es dem Literaturprofessor Heinrich Detering zur Blankvers-Übersetzung anvertraut und den Text dann selbst zur deutschen Erstaufführung gebracht.
Auf der Kieler Studiobühne also streifen Eleonore (Andrea Schöning) und ihr Mündel Cecilie (Vera Weisbrod) über das Martinique des 19. Jahrhunderts. Ina Reuter (Ausstattung) hat dafür ein aufwändiges, exotisches Pappdekor aus Blumenbunt und Dschungelgrün entworfen. Rund um das Geschehen rankt und wächst, aus Lautsprecherboxen ...
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Ein Lagerfeuer in der Bühnenmitte. Abiturienten tanzen, angeheizt von einem Akkordeonspieler mit russischem Soldatenkäppi. Rechts stehen massige Pfeiler im Bogen bis zur Hinterbühne. Gedämpftes Licht. Einen Vorhof zur Unterwelt – halb Kanalisation, halb Flussbett – hat Stefan Heyne auf die Bühne des Staatsschauspiels gebaut. An ihrem äußeren Rand hängt eine...
Denken Sie nur: Schöne Frauen, die den ganzen Tag einkaufen, Geburtstagsmenüs planen («Was heißt nochmal ‹Hummer› auf italienisch?») oder von der Liebe reden! Und Männer mit viel Geld, die diese Frauen auf Händen tragen und ihnen kostbare Armbänder aufdrängen. Dazu die etwas weniger schönen Frauen, die aber teuer zurechtgemacht sind und sich für den Rest mit...
Sechs Jahre nach dem Ende des Krieges waren Fritz Kortner, Bertolt Brecht, Wolfgang Langhoff, Berthold Viertel, Ernst Deutsch, Carl Zuckmayer, die bekanntesten von denen, die 1933 ins Exil gegangen waren, längst wieder im Land. Die deutschen Theater spielten volles Programm, viele noch auf Behelfsbühnen – aber der Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser kam in Gang....
