Bücher: Die materialisierte Realität

Ein Held des 19. Jahrhunderts: Monika Ritzers neue Biografie von Friedrich Hebbel

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Theodor Fontanes Wahlspruch «Nur der Irrtum ist das Leben» macht die erst einmal abschreckend dickleibige, aber zunehmend durch ihren Detailreichtum faszinierende, alle Irrwege und Ungereimtheiten seines Lebens in den Blick nehmende Hebbel-Biografie von Monika Ritzer zu einer spannenden Lektüre. Denn ihr Forschungsinteresse entzündete sich an der Überschrift eines Tagebuchhefts von Hebbel zum Jahr 1838: «Neues Irren, neues Leben». Anfang Januar heißt es dort: «Zur Wahrheit wollte ich schon kommen, hätte ich nur Zeit, zu irren.

» 

Die an der Universität Leipzig lehrende Literaturwissenschaftlerin hat nach mehreren Studien zu und kritischen Editionen von Hebbels Werken die Biografie dieses aus ärmlichen Verhältnissen stammenden exzentrischen Dichters und Dramatikers verfasst, dessen Themen sie als aktuell, riskant und berührend zu erörtern versteht. Denn dieser Dichter ließ sich seine «individualistische Lebenseinstellung» von den Autoritäten, denen er ausgeliefert war, nicht austreiben. Von Kindheit an lehnte er es ab, sich «abspeisen» zu lassen.

Sein Vater, bei dem die Armut die Stelle der Seele eingenommen hatte, missachtete ihn, er duldete kein Lachen und keine Freude. Doch ...

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Theater heute Juni 2019
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Klaus Völker

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