Borderliners
Immer wieder fällt das Wort Zombie. Und ein anderes: Gespenst. Von «eiskalten weißen Gespenstern» und «Seelen ohne Körper, die besessen sind, ihr (weißes) Erbgut weiterzugeben» ist da unter anderem die Rede. Und von Massen von schwarzen Zombies. Leichenberge, die wie Eisberge im Mittelmeer schwimmen. Nur dass es im Mittelmeer keine Eisberge gibt und stattdessen eben «lebende Tote» das Meer bevölkern. Zombie-Massen-Armeen, die Kurs auf die Küsten Europas halten und die sich von nichts aufhalten lassen. Nicht von zockenden Menschenhändlern. Nicht von den Gefahren der Flucht.
Und schon gar nicht von EU-Grenzen und ihren dazugehörigen Behörden. Sie haben nur ein Ziel: Rein ins gelobte europäische Land!
In «Living dead» ist die Rede von Kapitänen, die es als erste Bürgerpflicht verstehen, Notleidenden zu helfen. Gerade dafür werden sie aber als abschreckendes Beispiel verklagt. Und es ist die Rede von der EU-Außenpolitik, deren Credo lautet: Ahoi Kapitän! Nicht Menschen-Fischen!
Fische fressen ihren Teil der Beute, um wenig später auf den Tellern der so genannten Ersten Welt zu landen. Die «Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Europäischen ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 186
von Julia Weinreich
A
Miguel del Arco
Helena – Plädoyer für eine Schlampe
(Theater Biel Solothurn)
Ayad Akhtar
Geächtet (Disgraced)
(Schauspielhaus Hamburg)
Mattias Andersson
Acts of Goodness
(Theater Radebeul Landesbühnen Sachsen)
B
Alexandra Badea
Zersplittert (Schauspielhaus Graz)
Brigitte Buc
Hundswetter (Komödie am Kurfürstendamm)
C
Pamela Carter
Was wir wissen (Theater...
Wir, die Gruppe George Kaplan, haben ein empfindliches Gemüt. Unsere Zeit hängt uns zum Hals raus. Seit langem schon sind wir nur noch Gespenster unserer Existenz, Fahnenflüchtige, die durch ihre Rückzugsgebiete geistern. Wie durchsichtig wir uns selbst und der Welt erscheinen, erstaunt nur noch die Unaufmerksamsten unter uns.»
«George Kaplan» ist eine ebenso...
Es gibt Dinge, die kann man nicht oft genug sagen. Guten Tag, zum Beispiel. Wer höflich ist, sagt das ziemlich oft.
Dusan David Parizek kann ausgesucht höflich sein. In seinen Inszenierungen, die seit bald fünfzehn Jahren an den großen deutschsprachigen Häusern zu sehen sind, sagen deshalb Schauspieler zu Zuschauern «Guten Tag», nicken den Besuchern zu und stellen...
