Bonn: Inklusion statt Wunder
Samuel Koch, der bei «Wetten, dass …?» verunglückte Schauspieler, ist das jüngste Beispiel für die Diskussion über Inklusion auf dem Theater. Bei den bisherigen Inszenierungen des Staatstheaters Darmstadt mit Samuel Koch schien es um die Erkundung der Wirkungen zu gehen, die entstehen, wenn ein Querschnittgelähmter die Rolle eines körperlich nicht Behinderten spielt. Bei Sandra Strunz’ Bonner Inszenierung von Joseph Roths «Hiob» geht es weniger um die neue Deutung einer Rolle durch die besondere Individualität eines Schauspielers als um die Behinderung selbst.
Samuel Koch spielt Menuchim, das behinderte Kind des gottesfürchtigen Dulders Mendel Singer.
Aus dem vielfältigen Themenangebot des Romans – Emigration, ostjüdische Nostalgie, Theodizee – greift sich die Inszenierung dezidiert das Thema Behinderung heraus. Diese Konzentration auf ein Thema versucht sie auszugleichen durch eine Vervielfältigung der Mittel. Es gibt nicht nur ein symbolträchtiges Bühnenbild (Bühne & Kostüme: Sabine Kohlstedt), ein stählernes Rundgitter, in dessen Mitte sich dann Mendel stellt. Die Welt als eiserne Dornenkrone auf dem Haupt des Leidenskönigs. Es gibt auch kommentierende Musik: die Gebrüder ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Chronik, Seite 45
von Gerhard Preußer
Man ist schlechte Nachrichten aus Afrika so gewohnt, dass gute schnell durchs Bewusstsein fallen – selbst dann, wenn ein Volk friedlich in vier Tagen seinen seit 27 Jahren regierenden, korrupten Präsidenten wegfegt, weil es Lust auf Demokratie hat. Immer noch gehört Burkina Faso zu den 15 ärmsten Ländern der Welt, nur ein Land von der Ebola-Epidemie entfernt. Das...
Personen
Felix
Tobi
Philipp
Sechs Brüder
Mädchenchor
Ausrufer
Sebastian
Kay
Partygäste
No love lost. No love lost.
Joy Division
FELIX-SZENE
Bruder 2 jetzt kommst du heraus aus den schlechten Verhältnissen
Felix für das ganze schlechte Verhältnis ist kein Geld nur für jeden siebten einer Familie und der Staat hat eben mich gewollt
Bruder 1 versteht sich
Felix mich...
Theater machen in der Provinz. Klingt reichlich zweitklassig und meilenweit weg vom Berliner Theatertreffen. Aber was ist eigentlich Provinz? Universitätsstandorte wie Tübingen oder Heidelberg? Wirtschafts- und Verwaltungszentren wie Mannheim oder Karlsruhe? Wer heute im Zeitalter von Breitbandinternet, ICEs und dem dichtesten Autobahnnetz der Welt noch Provinz...
