Besen und Schwämme

nach Christa Winsloe «Mädchen in Uniform»

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Gegen Ende werden Auszüge aus Valerie Solanas SCUM-Manifest zur Vernichtung der Männer verlesen. Anschließend debattiert das Lehrerinnenkolleg aus der Filmadaption von «Mädchen in Uniform» dank Neusynchronisation über den Zungenschlag beim Cunnilingus – im Original beginnt die Sequenz mit dem Motto «Gehorsame Frauen sind gute Frauen». Trotzig endet diese Inszenierung, der es nicht gelingt, den Willen zum Politischen einzulösen.

Vielleicht war Christa Winsloes Drama «Ritter Nérestan», dessen Uraufführung 1930 in Leipzig stattfand, dafür auch einfach der falsche Kandidat? Bekannt wurde das Rührstück durch seine Verfilmung aus dem Jahr 1931 und das eingangs erwähnte, inhaltlich abgeschwächte Remake von 1958 mit Romy Schneider. Die Halbwaise Manuela von Meinhardis kommt auf ein preußisches Internat. Dort kehrt ein eiserner Besen, menschliche Wärme erfahren die Mädchen lediglich vom Fräulein von Bernburg, in die sich Manuela verliebt. Unerheblich, ob die Lehrerin diese Gefühle erwidert: Das muss zur Katastrophe führen, im Ringen zwischen Begehren und Ordnung letztere obsiegen.

Unter Mareike Mikats Regie wird die Tragödie zur unlustig langen Quatsch-Komödie, die auch «Alles, was ich schon ...

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Theater heute Dezember 2009
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Tobias Prüwer

Vergriffen
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