Berlin: Ubu vor Germanien
Hinter der Rampe im kleinen weißen Kasten in der Box des Deutschen Theaters ein Abgrund, aus dem sich Hände recken, bevor sich drei Gestalten in Ganzkörper-Lederanzügen in abgestuften Brauntönen hochhangeln – das Unterirdische, jetzt kommt es nach oben.
Viel braucht András Dömötör nicht, um aus Alfred Jarrys 130 Jahre alter Despoten-Farce «König Ubu», entstanden aus einem Schulstreich und einer der ersten Großskandale der Theatergeschichte, eine quietschend laute Spaßkiste mit Gegenwartsbezügen zum narzisstischen Giercharakter im Regierungsfach zu basteln: eine Menge Schaumstoffquader und -accessoires zur Markierung der zahlreichen Figuren- und Ortswechsel und drei spielwütige Darsteller. Elias Arens, mittelbraun, verkörpert laut Programmzettel nicht weniger als 21 Figuren(ähnliches), vom Boten bis zum Feuer, vor allem aber Hauptmann Bordure, den wichtigsten Handlanger des dunkelbraunen Père Ubu – Bozidar Kocevski, der auch noch die ganze russische und die ganze polnische Armee gibt. Angetrieben von Lady Mère Ubu (Linda Pöppel, hellbraun mit flatternden Schaumstoffbrüsten) massakriert er den amtierenden König Wenzel, «enthirnt» die real existierende Elite, sackt sämtliche Steuern ...
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Theater heute März 2017
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Barbara Burckhardt
Premieren im März
Aachen, Grenzlandtheater
13. Zeller, Der Vater
R. Rüdiger Pape
Aachen, Theater
30. Soleimanpour, Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen (Theaterexperiment)
R. Ensemble
31. Capote, Frühstück bei Tiffany
R. Jan Langenheim
Aalen, Theater der Stadt
25. Lessing, Nathan der Weise
R. Tina Brüggemann
Altenburg/Gera, TPT
9. McNally, Meisterklasse
R. Kay Kuntze (Altenburg)
2...
Einmal wird es an diesem Abend richtig komisch: Da schiebt sich Kay Bartholomäus Schulze als Bruder des eingebildeten Kranken in den klinikweiß gekachelten Bilderrahmen, den Bühnenbildner Olaf Altmann zentral über den Schaubühnenbrettern schweben lässt. Ein Embryo von einem Mann ist das, glatzköpfig, gesichtslos, ein Arm unter der mumienhaften Ganzkörperverklebung...
Also, ich weiß jetzt gar nichts mehr, am liebsten ließe ich nur Plüschtiere, also Schauspielerinnen und Schauspieler als Plüschtiere auftreten, aber nie werde ich das bekommen! Das wollte ich für mein letztes Stück haben, ich finde nicht, daß das zuviel verlangt ist. Ich will es, ich will es. Aber Sie wollen mit Sicherheit was andres, bloß werden Sie...
