Bei Anruf Völkermord
Der «Restlebenswertindex» aus Gert Roland Stiepels Hörspiel «Abschiedsgeschenk» (NDR) bleibt als Schlagwort wohl jedem in Erinnerung, der diese pechschwarze Satire zum Thema Vergreisungsnotstand in Deutschlands naher Zukunft hört. Er berechnet die Kosten der noch erwartbaren Lebenszeit gegen den gesellschaftlichen Vorteil, diese freiwillig zu verkürzen. Für eine ordentliche Prämie. Michael (herrlich brummig: Klaus Manchen) ist auf den Deal eingegangen, um mit dem «Abschiedsgeschenk» von 50.000 Euro seinem Sohn eine dringend benötigte OP zu ermöglichen.
Das so genannte «Abschiedsgesetz» wurde von der Politik erlassen, um die in Deutschland heute ja aus anderen Gründen noch nicht mögliche Sterbehilfe quasi als Ausgestaltung der Lebensversicherung mit neuen Optionen an Start-ups mit Namen wie Pro Vita zu delegieren.
Michael hat all die Papiere und Verträge in diesem fürchterlichen, aber eben gar nicht so unwahrscheinlichen Versicherungssprech gelesen und befindet sich mit seiner Frau (Monika Lennartz) und Kumpel Alex (Dieter Mann) auf einer kleinen Kreuzfahrt vor Sassnitz, wo ihn mit dem Spaß am Leben naturgemäß auch Zweifel an der Sache befallen. Das exzellent besetzte Stück in der ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Thomas Irmer
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Unbegr...
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