Ausstellung: Kleine Auffrischung
Ein grob gezimmerter riesiger Schrank, in dem Gurte hängen, davor ein Haufen gefüllter Jutesäcke. Dieses Ensemble steht im Zentrum der Düsseldorfer Ausstellung «Der ewige Wanderer – Tadeusz Kantor in Deutschland». Es ist die Rekonstruktion des Bühnenbilds des Spektakels «Der Schrank», das Tadeusz Kantor im Jahre 1966 am Stadttheater Baden-Baden realisierte – zehn Jahre, bevor Kantor mit der «Toten Klasse» international bekannt wurde. Es war die erste und einzige Produktion, die er nicht mit seiner eigenen polnischen Truppe Cricot 2 machte.
Ein Kritiker meinte damals, ein «seit 1920 geläufiges Auffrischungssignal» zu sehen. Albert Schulze Vellinghausen dagegen schrieb in «Theater heute»: «Es ist dem Rezensenten nicht möglich, auch nur eine Art von Handlungsablauf beschreibend zu vermitteln. Er hat aber einem so dicht gerüttelten Katarakt gleichnishafter Situationen zugesehen, ja betrachtend beiwohnen können, dass er in völlige Verzauberung geriet.» Verstanden wurde Kantor in Deutschland selten, bestaunt immer.
Das polnische Parlament wählt jedes Jahr eine berühmte polnische Persönlichkeit, der das Jahr gewidmet wird. 2015 hat sich Tadeusz Kantor gegen Karol Wojtyła durchgesetzt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Gerhard Preußen
Bamberg,
ETA-Hoffmann-Theater
4. Kotzebue, Krähwinkel
R. Isabel Osthues
Basel, Theater
11. Sophokles,
Nirgends in Friede. Antigone
R. Felicitas Brucker
17. Labiche, Das Sparschwein
R. Martin Laberenz
31. Payne, Konstellationen
R. Ramin Gray
Berlin, Berliner Ensemble
17. Tschechow, Drei Schwestern
R. Leander Haußmann
Berlin, Deutsches Theater
4. Ibsen/Petras, Nora
R. Stefan Pucher
...
Eines mehr oder eher weniger inspirationsarmen Arbeitsabends googelt die Ich-Erzählerin in Monique Schwitters Roman «Eins im Andern» ihre Jugendliebe. Die Trefferliste provoziert einen existenziellen Schock: Der Junge namens Petrus, mit dem die notorische Pumps-Trägerin zwanzig Jahre zuvor in geborgten Seehundstiefeln tiefwinterliche Silvesterlandschaften...
Wie steht es zur Zeit mit der Freiheit im Theater? Was überhaupt ist Freiheit im Theater? Und wo ist sie, wenn sie da ist? Bevor wir lange über das Anarchieempfinden manches Protagonisten und die gewissenhafte Plansollerfüllung mancher Bühne räsonnieren, schalten wir um zu Jürgen Kruse.
In Frankfurt hat sich Kruse mit Georg Büchners Melancholiekomödie «Leonce...
