Auf der Suche nach dem Danach
SIE und ER begegnen sich ganz zufällig und werden einander dann nicht mehr so recht los. Was sich wie der Beginn einer Liebesgeschichte liest, entwickelt sich schnell zu einem Kaleidoskop größtenteils komplizierter Lebens- und Liebesbeziehungen, unerfüllter Bedürfnisse, falscher Hoffnungen, freiwillig gewählten Selbstbetrugs und hilfloser Lügen. Wer die Stücke der Autorin Ulrike Syha kennt, weiß, dass sie sich unumwunden zur Gegenwart und ihren speziellen Widrigkeiten bekennt und somit keine Beschreibung romantischer Zweisamkeit zu erwarten ist.
So ist auch der erste Schauplatz ihres neuen Stücks, das als Auftragswerk für das Schauspiel Chemnitz entstand und zu Beginn der neuen Spielzeit uraufgeführt wird, ein alles andere als exklusiver: ein überfüllter Zug. ER erkämpft sich im Gewühl seinen reservierten Fensterplatz; SIE telefoniert zu laut mit ihrem Liebhaber. Vor dem Zugfenster vergessene Landstriche und Industrieruinen. Am gemeinsamen Ausstiegsbahnhof trennen sich zunächst ihre Wege, um sich am gleichen Abend im einzigen noch geöffneten Restaurant am Platz wieder zu kreuzen. Sein Hotelzimmer ist die letzte gemeinsame Station des Tages …
Was beide voneinander noch nicht ...
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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 179
von Esther Holland-Merten
Was für ein schöner Titel: «Theater des Jahres 2008». Dankeschön, liebe Kritiker! Wir werden dieses Prädikat feiern, und Bernd Wilms, der im Abgehen ausgezeichnete Intendant, wird zum Anstoßen auf seiner alten West-Ost-Route von Charlottenburg nach Mitte in die Schumannstraße geradelt kommen. Glückwünsche werden jederzeit gerne entgegengenommen, unsere Grafik...
... für Bernd Wilms, den scheidenden Intendanten des Deutschen Theaters in Berlin, ist die diesjährige «Theater heute»-Umfrage unter 37 Kritikern: Zehn von ihnen krönen die Hauptstadtbühne, letztes Jahr noch auf Platz 2, zum Theater des Jahres (sieben sehen Frank Baumbauers Münchner Kammerspiele vorne; auf vielversprechenden dritten Plätzen mit je 3 Stimmen: die...
Hinlänglich dechiffriert ist der heimlich religiöse Subtext aller politischen Ideologie – die Aufhebung der Mühsal am Ende aller Zeit, am jüngsten Tag, am Ende des Kampfes, am Ende der Welt, am Ende der Revolte. Kurz mag das Religiöse also im Politischen Zuflucht gefunden haben, um bald darauf wieder ohne Obdach auf der Straße zu stehen. Aber zum Glück gibt es ein...
