«Alles ist erzählt – und dann kommen noch zehn Minuten Musik»
Theater heuteHerr Puhlmann, Sie eröffnen in Stuttgart Ihre Intendanz an der Oper mit dem Regiedebüt eines bisher nur aus dem Schauspiel bekannten Regisseurs, Sebastian Nübling, und Bizets «Carmen». Das ist ohne Zweifel mutig. Was macht Schauspielregisseure für die Oper interessant?
Albrecht PuhlmannDie Entscheidung für diesen Regisseur und die Bühnenbildnerin Muriel Gerstner war vielleicht ein Risiko, aber ein notwendiges. In diesem Fall war die Kombination für mich sofort klar: wenn «Carmen», dann mit Sebastian Nübling.
Die Idee hing vor allem mit Nüblings bisherigen Inszenierungen zusammen, zum Beispiel Joanna Laurens’ «Drei Vögel» in Hannover. Da kam sehr viel zusammen, was ich in der Oper sehen möchte: die Emotionalität, das Formgefühl, die Originalität des Blicks auf diese alten Stoffe und die Übersetzung in den heutigen Theaterabend. In der Oper haben wir es ja oft mit alten, durch die Rezeption sehr befrachteten Stücken zu tun, die gerade den frischen Blick brauchen.
THEin Schauspielregisseur ist es gewohnt, mit Schauspielern zu arbeiten und einen Text zu analysieren. Aber wie steht es mit der Kenntnis der Partitur, mit der musikalischen Analyse?
Muriel GerstnerDa muss ich ...
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