Absolutes Vertrauen
Schlimme Nachrichten kommen, wenn sie kommen, vollkommen unabhängig davon, ob der Empfänger für sie bereit ist – zum Beispiel direkt nach einem unendlich langen Flug in Fuhlsbüttel, mitten in der Menschenmenge, als ich meine Maschinchen wieder an den Strom der Welt anschloss und mich danach traurig in eine Ecke verkroch. Zwar wussten wir alle seit langem um die Schwere der Erkrankung von Barbara Kisseler, aber wir haben bis zuletzt gegen alle medizinische Vernunft geglaubt, dass sie wiederkommen könnte.
Es war – und das erzählt einiges über Barbara Kisseler – nicht die ebenso übliche wie verständliche Weigerung der Zurückbleibenden, den Tod zu akzeptieren. Und es war auch nicht der Narzissmus der Kulturschaffenden, die Angst haben, ihre Dienstherrin zu verlieren. Nein, Barbara Kisseler war als Politikerin wie auch als Mensch eine Lichtgestalt, die Realitäten immer wieder mit viel Optimismus umspielte.
So schaffte sie im Sinne der Kultur viel mehr, als die budgetäre Faktenlage hergab. Vielleicht wäre es ja doch denkbar, dass sie mit ihrer Energie auch den medizinischen Realitäten ein Schnippchen schlägt. Sie hat fest daran geglaubt und viele mit ihr. Und tatsächlich: Noch vor ...
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Theater heute November 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Joachim Lux
Ein kleiner großer Schauspieler. Ein Kraftkerl, kein Riese, kein Protz. Bullig und dabei doch behend. Ein Kantekopf, kein Stiernacken. Dennoch spürte man, dass er gern mit dem Kopf durch die Wand wollte. Ja, die Wand sicher gern auch mal mit Fleiß suchte, wenn sie sich nicht sogleich fand. Buschige Brauen, verwegen hoch gestruppte Igelhaare, mit den Jahren immer...
Über «Wut», eine der jüngsten Sprach- und Gehirnorgien Elfriede Jelineks ist – auch an dieser Stelle – ausreichend berichtet worden. Wir können also umstandslos zur Aufführung übergehen, es ist die dritte; nach Stemanns Uraufführung an den Münchner Kammerspielen (s. Th 6/16) strich man in Hamburg das Post-Charlie-Hebdo-Ungetüm gnadenlos zusammen und kombinierte es...
Tanz kann bekanntlich Berge versetzen. Zumindest psychische, wie es anno 2007 Royston Maldoom in den pubertierenden Seelen großstädtischer Hauptschüler gelang, indem er sie in der Treptower Arena zum Tanzen von Strawinskys «Sacre du Printemps» brachte. Ein seitdem weithin kopiertes Prinzip. Die potenziell heilende Kraft des Community Dance nutzte aber bereits in...
