Matze Vogel, Janning Kahnert, Evelyn M. Faber und Karoline Reinke; Foto: Karl und Monika Forster/Theater Wiesbaden

Wiesbaden: Das Gute im Menschen

Tom Stoppard «The Hard Problem» (DSE)

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Das Schöne von Klischees liegt in ihrer Vertrautheit: Sie bieten bekanntes Terrain in einer Welt voller Unwägbarkeiten. Beispielsweise die junge, ehrgeizige und hübsche Psychologiestudentin, die fest an das Gute im Menschen glaubt. Oder ihr zynischer, kaugummikauender Mentor, der ihre Naivität ausnutzt und seine Nachhilfe mit Sex bezahlen lässt. Oder der cholerische, dauertelefonierende Hedgefonds-Manager, der keine Zeit hat, zur Geburtstagsparty seiner blitzgescheiten Adoptivtochter zu kommen, ihr aber gern bei Cornflakes die Welt erklärt.

Aufgemischt wird die weiße, westliche Bagage durch zwei mittellose, aber hochbegabte Nachwuchsmathematiker aus China und Indien.

Sie alle treffen sich in dem Stück «The Hard Problem» des 80-jährigen britischen Dramatikers Tom Stoppard aus dem Jahr 2015. Ebenso vertraut wie sein Personal kommt das Dilemma daher, das es zu lösen sucht: Nichts weniger als das titelgebende «Hard Problem» der Hirnforschung nämlich, die Frage nach der Verfasstheit des menschlichen Bewusstseins. Ist es nur eine Hirnfunktion, vorhersagbar wie ein Computerprogramm – und damit letztlich manipulierbar? Oder ist seine Existenz vielmehr der Beweis dafür, dass Menschen eine ...

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Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Esther Boldt

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