Zaren-Krönung mit Schaubühnen-Cast: Zar Nikolaus II. (Lars Eidinger) und Prinzessin Alix von Hessen (Luise Wolfram) in «Mathilde - Liebe ändert alles»; Foto: Kinostar Filmverleih
Nicky, der Nette
Auch Gazprom hatte seine Finger (oder Gelder) im Spiel, verrät der Abspann nach 130 «Mathilde»-Minuten. Wie auch das Bolschoi-Theater und sein Chef Wladimir Urin, der gerade in vorauseilendem Gehorsam die Premiere des «Nurejew»-Balletts, inszeniert von Kirill Serebrennikow, abgesagt hat. Man kann nur spekulieren, aber manches spricht dafür, dass diese freundschaftlichen Verbindungen mancher Beteiligten zum Kreml dafür gesorgt haben, die heftigen Proteste der ebenfalls sehr Putin-nahen orthodoxen Kirche zu konterkarieren. Jedenfalls kam «Mathilde» am 26.
Oktober in die russischen Kinos, trotz der Massendemonstrationen im Vorfeld, Molotowcocktails auf das Filmstudio und der Kampagne der Duma-Abgeordneten Natalja Poklonskaja, die Hauptdarsteller Lars Eidinger als «Porno-Darsteller» und «Satanist» bezeichnete.
Keiner der Hassgegner des Films von Alexej Utschitel hatte den Film gesehen, alle beteuern, ihn sich auch ganz bestimmt nicht angucken zu wollen. Denn Mathilde ist eine historische Figur, die mit einhundertdreißigjähriger Verspätung den Ruf eines Heiligen beschädigen könnte: Nikolaus II., der letzte russische Zar, der vor hundert Jahren, am 17. Juli 1918, mit seiner Frau und ...
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Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Barbara Burckhardt
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