Endlich am Anschlag
Auf dem Titel des zahlenstärksten Theaterbuchs der Saison prangt schon seit Jahren eine weiße Statisitikkurve vor rotem Grund, die steil nach oben weist. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man, dass die Fotovorlage um 45 Grad gedreht ist und die Kurve an ihrem obersten Punkt eigentlich gerade abfällt. Was die gerade veröffentlichte «Theaterstatistik 2012/13» des Deutschen Bühnenvereins angeht, könnte sich diese dezent getrickste Grafik unfreiwillig als prophetisch erweisen.
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan bei den Kennzahlen des Theaterbetriebs in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie zählt 128 öffentliche Theater–unternehmen gegenüber 129 im Jahr davor – und auch diese Zahl ist schwer untertrieben angesichts zahlreicher darin nicht erfasster Privattheater wie der Berliner Schaubühne oder dem Berliner Ensemble, die ebenfalls überwiegend von öffentlichen Zuschüssen leben.
Die Veranstaltungen im Schauspiel sind ein bisschen weniger geworden (23.082 statt 23.301), das darin nicht enthaltene «theaternahe Rahmenprogramm» – Stichwort schwellensenkendes Vermittlungangebot zur Vor- und Nachbereitung – hat nochmal ein bisschen zugelegt (12.780 statt 12.041). Das ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Annie Sprinkle hat schöne Brüste. Große, schwere, weiche Brüste, die die 60-jährige Übermutter der künstlerischen Sexarbeit im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel zu Strauss’ «Donauwalzer» tanzen ließ: niedlich, lustig, auch erotisch. Es war eine kluge Entscheidung, Sprinkles kurze Performance «Bossom Ballet» zur Eröffnung der Konferenz «Fantasies that matter –...
Bekannt wurde die 1977 geborene Rumänin Gianina Carbunariu durch ihre Arbeiten als Autorin und Regisseurin in der Freien Szene. Ihre jüngsten Performances aber entstanden zunehmend als internationale Koproduktionen in Repertoiretheatern. Kürzlich erhielt sie auch den renommierten rumänischen Theaterpreis UNITER für dokumentarisches Theater (der eigens für ihre...
Und es hat doch stattgefunden. Zwar mit Einschränkungen: Die Eröffnungspremieren mussten um einen Tag verschoben werden, an einzelnen Tagen gab es Streiks. Aber das Festival d’Avignon fiel nicht aus wie 2003 oder dieses Jahr kurz zuvor die Festivals von Uzès und Montpellier. Die Folgen wären zu massiv gewesen: ungedeckte Kosten, fehlende Engagements und...
