Warten macht auch Arbeit
Annie Sprinkle hat schöne Brüste. Große, schwere, weiche Brüste, die die 60-jährige Übermutter der künstlerischen Sexarbeit im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel zu Strauss’ «Donauwalzer» tanzen ließ: niedlich, lustig, auch erotisch.
Es war eine kluge Entscheidung, Sprinkles kurze Performance «Bossom Ballet» zur Eröffnung der Konferenz «Fantasies that matter – Images of sexwork in media and art» im Rahmen des Internationalen Sommerfestivals Hamburg zu zeigen: Sie verdeutlicht, dass es nicht in erster Linie um Sexarbeit gehen sollte als vielmehr um deren mediale und künstlerische Vermittlung. Auch wenn der burleske Humor von Sprinkles Performance mit Sexarbeit im engeren Sinne kaum noch etwas zu tun hat.
Das Problem der Konferenz war allerdings nicht eine gewisse terminologische Unschärfe. Mit einer Ausnahme (der Sozialarbeiter Gerhard Schlagheck war an einer Diskussion zur konkreten Situation in Hamburg beteiligt) bestanden die Podien ausschließlich aus weißen, mehr oder weniger privilegierten Cisgender-Frauen (Cis- im Gegensatz zu Transgender bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem körperlichen Geschlecht zusammenfällt – Anm. d. Cis-Red.). Eine Schwierigkeit, auf ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Magazin: Konferenz, Seite 76
von Falk Schreiber
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Bei der Filmpremiere in Toronto, so war zu lesen, wurde gelacht, als ganz am Ende von «Phönix», Christian Petzolds riskantem Film über das, was nach Auschwitz war, die eintätowierte Häftlingsnummer auf Nellys Arm freiliegt: der Augenblick der Blamage, in der ihr Mann, der sie verriet, endlich erkennen muss, wer vor ihm steht. Eine angemessene Reaktion im...
6./Montag
20.15, arte: Die Wand Spielfilm (2011) von Julian Roman Pölsler nach Marlen Haushofer, mit Martina Gedeck, Karl Heinz Hackl, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer u.a.
(vgl. TH 4/2012)
21.55, arte: Faust russischer Fernsehfilm (2011) von Alexander Sokurow nach
Goethe, mit Johannes Zeiler, Anton Adassinski, Isolda Dychauk, Hanna Schygulla, Florian...
