Kulturelle Bildung
Oh, schau mal, wie süß», geht ein Raunen durchs Publikum. Die Lichtinseln der Kamera-Displays beginnen hellblau zu leuchten. Auf die Bühne tapsen drei siebenjährige Haselmäuse und lauschen unterm Papp-Haselnussbaum einigermaßen orientierungslos den vorproduzierten Märchen-Erzählstimmen aus dem Off. Total süß, wie sie das mit dem Tanz noch nicht so richtig auf die Reihe bekommen!
Vor dem Hype gegründet
Orientierungslose Haselmäuse wie jene der «Drei Haselnüsse für den Mäusekönig» vom «Staatsballett Berlin – Tanz ist Klasse e.V.
» waren glücklicherweise die Ausnahme bei den 38 Theaterarbeiten, die die TUSCH-Festivalwoche im Podewil präsentierte. Sie entsprechen vermutlich auch nicht ganz dem Ideal von «Kultureller Bildung», das Renate Breitig 1998 dazu bewegte, das Kooperationsmodell «Theater und Schule» zu gründen – mit 10.000 DM Anschubfinanzierung vom Senat, dem JugendkulturService als Träger und anfänglich zwölf Partnerschaften. Damals galt die Referentin für Theater und Ästhetische Bildung in der Berliner Senatsverwaltung sicher noch als Außen–seiterin, wenn sie die Randständigkeit von Kunst, Musik, Sport und Darstellendem Spiel an Schulen kritisierte. Und das Bewusstsein, dass ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Anja Quickert
Koalitionsstänkereien, Eurokrisen-News, Herdprämienhäme: Eigentlich rumort ja zurzeit an sämtlichen Kanzlerinnen-Baustellen zumindest ein kleiner Widerstandsgeist. Aber: Es gibt Abhilfe. Irgend jemand sollte Angela Merkel schlichtweg mal einen Theaterbesuch ans Herz legen! Mit Volker Lösch am Schauspiel Stuttgart und Jan Lauwers am Burgtheater Wien haben sich...
Lobet die Putzfrau!», predigt der Sandmann den Kindern. Aus dem Mikrowellenchaos auf der Bühne zaubert er frisches Popcorn und wirft es ins Publikum wie Konfetti. Dann grinst er in den aufgeweckten Saal: «Das hat man uns verboten.» Dort hat der Lehrkörper längst vor der Anarchie auf der Bühne und in den eigenen Reihen kapituliert: Besonders engagierte Kids setzen...
Es war einmal, und es war nicht immer nur schön. Auf jeden Fall aber konnte der Nachwuchs sich damals noch selbstbestimmt den Arm brechen, und die Eltern fielen erst Wochen später in Ohnmacht, wenn der Kleine sich verplappert hatte: Okay, okay, der hat sich doch tatsächlich mit seinen Freunden in diesen Höhlen oben im Berg rumgetrieben, tagelang und obwohl die doch...
