Den öffentlichen Raum neu denken
TH Sie alle hier am Tisch übernehmen in den nächsten zwei Jahren neue Theater, drei Schauspieltheater, die vor größeren Einschnitten stehen, als es übliche Intendantenwechsel sind. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Düsseldorfer Theater ist nach dem vorzeitigen Ende der Leitung von Staffan Valdemar Holm und zwei Interimsleitungen ziemlich am Boden; der Wechsel an der Berliner Volksbühne nach 25 Jahren Frank Castorf ist ohnehin eine Zäsur, und Matthias Lilienthal will an den Münchner Kammerspielen auch einiges anders machen.
Matthias Lilienthal Nein!
TH Aha, erstes Dementi. Trotzdem für uns die verbindende Frage: Was für unterschiedliche Formen von Theater kann man der guten alten Institution Stadttheater abtrotzen? Aus welchen Gründen und mit welchen künstlerischen Zielen? Um nicht gleich in die guten alten Strukturdebatten zu verfallen: Was sind ihre künstlerischen Ziele, welchen Ehrgeiz haben Sie, wohin wollen Sie mit Ihren Theatern?
Lilienthal Wir versuchen mit den Kammerspielen eine Fortsetzung der Arbeit von Frank Baumbauer und Johan Simons. Bei Baumbauer gab es ein sehr starkes politisch-soziales Engagement in die Stadt hinein, aber auch in den Inszenierungen. Johan ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Stadttheater und Öffentlichkeit, Seite 52
von
Theater heute Lieber Wolfram Lotz, Paragraph 12 ihres Manifests im Jahrbuch 2014 lautete: «Im Theater ist das Gelingen des Lebens der Arbeitenden von Bedeutung, aber nicht nur dort.» Was sind die Bedingungen für das gelingende Leben eines Theaterautors?
Wolfram Lotz Ich befürchte, es gibt kein gelingendes Leben als Theaterautor, man kann als Theaterautor...
Dem Verständnis, das Politiker unterschiedlicher Couleur den Ängsten vor «Überfremdung» und «Islamisierung» entgegenbringen, weil man «die Sorgen der Bürger ernst nehmen» müsse, kann man erwidern: Nicht jede Angst ist berechtigt, und nicht jede Angst führt zum Recht. Der Soziologe Heinz Bude spricht in diesem Zusammenhang davon, dass ein ethnisch homogenes Milieu...
Was ist das für ein System, in dem ein 50-jähriger Lichttechniker mit ‹Best Boy› angesprochen wird?», fragte einmal der Filmemacher David Mamet Hollywoods Filmindustrie. Was ist das für ein System, könnte man entsprechend die Städtischen Bühnen fragen, in dem eine 24-jährige Schauspielerin, die nach Abschluss ihres Studiums ihr erstes Engagement antritt, sich...
