Ach, Effi!

Jörg Albrecht «My Love was a Ghost»

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Sie tanzt. Gefühlt hundert Mal wird das Bild von Daniela Keckeis auf die Leinwände oberhalb der Bühne projiziert, auf der die Schauspielerin eine 1930er Cabaret-Nummer in ebensolchem Kostüm hinlegt und schließlich ihren Körper in schönster Wuttke-Manier zum Hakenkreuz formt. Unten singt sie dazu als Marianne Hoppe in einem von Silke Bauer installierten Kasten einen Schlager. Es ist das wohl stärkste Bild dieser Uraufführung von Jörg Albrechts «My Love was a Ghost» am Schauspiel Leipzig.

Albrechts Text ist der erste Teil einer neuen Reihe namens «Überschreibungen», bei der sich jede Spielzeit ein Autor einen alten Text neu aneignet. Albrecht nahm sich Theodor Fontanes «Effi Briest» an und fischt nicht nur im Motive-See, sondern knüpft sich auch die Rezeptionsgeschichte vor. Dabei landet er unweigerlich auch bei Marianne Hoppe, die 1939 in der Regie von Gustaf Gründgens als Effi vor der Kamera stand. Auch Angelica Domröse (1968) und Hanna Schygulla (1974) tauchen auf.

Die Hauptrolle aber spielt Fontanes chinesischer Geist, den Albrecht zum Motivursprung und roten Faden seines Textes macht. Über ihn wandern Fragen von Vergessen und Bleiben ins Stück, zusammen mit dem Phänomen der ...

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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Chronik: Leipzig:, Seite 67
von Torben Ibs

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