Wenn die Konfettiurne explodiert

Hamburger Lachtheater: Christoph Marthaler zeigt John Osbornes «Der Entertainer», Karin Beier Alan Ayckbourns «Ab jetzt»

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Oh ja, es gibt Déjà-vu-Momente an diesem Abend. Er fängt gleich mit einem solchen an, wenn sich Jan-Peter Kampwirth als tollpatschiger Spross der absteigenden Entertainer-Dynastie von Archie Rice beim Mikrofoncheck vor dem Samtvorhang hoffnungslos in ein Kabel verheddert, umständlich die Höhe verstellt, natürlich ohrenbetäubend das Mikro fallen lässt und doch einigermaßen stoisch die Fassung wahrt. Der übliche Slapstick eben, tausendmal gesehen, vielleicht sogar 900mal gelacht.

Christoph Marthaler hat sich schon immer für die Melancholie interessiert, die in allen Wiederholungen mitschwingt, auch in der Wiederholung seiner eigenen Kunst.

Diesmal ist John Osbornes «Der Entertainer» (1957) der Anlass, um seine Déjà-vu-Revue in gemessenem Tempo abzufackeln. Osbornes 1960 mit Laurence Olivier verfilmtes Krisenstück porträtiert den unaufhaltsamen Abstieg der Familie rund um den abgehalfterten Musical-Hall-Star Archie Rice – und spiegelt damit den Bedeutungsverlust, den die einstige Weltmacht Großbritannien in den Jahren zuvor erlitten hatte, zuletzt und endgültig in dem für England demütigenden Ausgang der Suezkrise 1956. In einer zentralen (Film-)Szene – Archies zweite Frau Phoebe hat ...

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Theater heute April 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 13
von Eva Behrendt

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