Sehnsuchtspunkte
Seit der Gründung des Verlages der Autoren war er dabei, als einer unserer produktivsten Autoren, als willkommener Ratgeber, als immer neugieriger Begleiter und verständnisvoller Kritiker. Ja, es waren seine Tantiemen für die Übersetzung von Labiches «Glück zu dritt», die seinem Verlag, denn er war 1968 einer der Gründungsväter, das erste Geld einbrachten. Ein paar Monate vorher war seine erste Geschichte «Alois» im Diogenes Verlag erschienen, und er hatte zusammen mit den Lektoren, u.a.
mit Walter Boehlich, Peter Urban und Karlheinz Braun, vergeblich von Siegfried Unseld mehr Mitbestimmung gefordert. Zusammen gründeten sie den Verlag der Autoren. So war es für Urs Widmer nur folgerichtig, den Schritt in die Existenz eines freien Autors zu wagen. Denn er platzte schier vor Geschichten. Sie mussten geschrieben werden. Es war seine Möglichkeit, die Welt erträglicher zu gestalten, sie zu verwandeln.
«Mei Kopp is aach so voll von Stücke, ohne Heroin. Hunnerde. Tausende.» Dieser Satz von Urs Widmers Figur Hans in seinem zweiten Theaterstück «Nepal», das 1977 in Frankfurt an den Städtischen Bühnen uraufgeführt wurde, ist auch eine Beschreibung Urs Widmers von sich selbst. Und sie ist ...
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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Nachruf, Seite 71
von Marion Victor
Das Stück, mit dem Peter Handke 2012 zum ersten Mal in seiner langen Karriere den Mülheimer Dramatikerpreis gewann, ist ein großes Kopftheater, in dem der Dichter die Geschichte seiner Familie inszeniert. Das Stück ist kein Drama, sondern eine lange Ich-Erzählung; so etwas wie dramatische Spannung erzeugt der Regisseur Handke vor allem durch einen kühnen...
In Yer Face
Sibylle Bergs «Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen» im Berliner Gorki Theater
Ich gestehe es freimütig: Die Aussicht, im Maxim-Gorki-Theater künftig «postmigrantisches» Theater geboten zu bekommen, hatte mich nicht gerade veranlasst, vor Freude auf dem Tisch zu tanzen. Dinge, die die Silbe «post» im Namen tragen, haben sich bei näherer Betrachtung...
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