Unbestimmt postmodern
Die Brandstifter sind unter uns. Ihr Werkzeug verteilt sich im Laufe des Abends über die ganze Bühne: Unmengen von kleinen Hölzchen, nur ohne rote Köpfchen – symbolisch leicht entschärfte Streichhölzer, die sich, erst wie ein Teppich aufgeschüttet, immer mehr im Raum verstreuen. Echte Zündhölzer dürften in dieser Masse wahrscheinlich sowieso nicht ins Theater – Brandgefahr.
Aber in Dirk Lauckes «Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute» brennt es nicht, es kokelt maximal. Sein Stück sendet Rauchzeichen aus, die davon künden, wie es um unseren deutschen Alltag steht.
Und so viel sei verraten: Es steht nicht gut. Denn der rechte Schwelbrand, den Laucke nachzeichnet, wabert, genährt von Angst, Hass und Vorurteilen. Akribisch hat der Dramatiker Zeitungsartikel ausgewertet und Fälle zusammengetragen, die «den Rechtsruck in Deutschland umkreisen», wie er in einem im Programmheft abdruckten Brief an seine Dramaturgin schreibt. Die hatte sich für die Stuttgarter Auftragsarbeit offenbar einen aktuellen Verschnitt von Brechts «Furcht und Elend des Dritten Reiches» und Kroetz «Furcht und Hoffnung in Deutschland» gewünscht – «gewaltige Hausadressen», wie Laucke anmerkt, um sich von ...
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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Kristin Becker
November 2014. In zwei Wochen beginnen die Proben zu «Zement» von Heiner Müller am Maxim Gorki Theater. Dieser Stoff war ein Vorschlag des Hauses, den ich mit Freude angenommen habe. Also musste ich «Zement» wieder lesen und war einigermaßen gespannt darauf, welche Relevanz der Text jenseits seiner ästhetischen Qualität jetzt, genau 25 Jahre nach dem Mauerfall,...
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Roses Vorfahren, von Mutters wie von Vaters Seite,...
