Im Land der ängstlichen Kriegsgewinnler
Am Anfang steht die Katastrophe. Oder zumindest die imaginierte Katastrophe, das «Was wäre, wenn» eines zukünftigen Szenarios, in dem plötzlich alles anders ist und wir aus unserem Alltag und unserem gewohnten Verhalten herausgerissen werden. Stellen wir uns also die Katastrophe vor und wie wir uns verhalten würden, wo wir hingehen würden, wohin wir flüchten würden, um ihr zu entkommen.
Wie könnten wir uns das besser vorstellen als mit den Mitteln des Theaters?
Der japanische Konzeptkünstler und Regisseur Akira Takayama bereitet zurzeit mit tatkräftiger Unterstützung einer Reihe von Künstlern, Kuratoren und Studierenden am Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main ein Großprojekt vor, das die Umgebung von 30 S-Bahnstationen in der Rhein-Main-Region zum Ausnahmegebiet erklärt. Von Hanau im Osten bis hinüber nach Wiesbaden und Mainz im Westen und hinunter nach Darmstadt im Süden machen sich Berufspendler und Reisende auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten, aus- und umzusteigen. Takayama vermisst den Stadtraum neu, sucht nach anderen Möglichkeiten, Wege und Menschen zu verbinden und Freiräume zu schaffen. Orte in der Umgebung der Haltestellen werden von einzelnen Künstlern ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Freie Szene, Seite 33
von Gerald Siegmund
Auch die Hexen haben heute Notebooks. Manierlich setzen sie Macbeth an den Feldtisch, ein Klick, und er hat ihre Prophezeiungen vor sich auf dem Bildschirm: Schottlands künftige Könige in digitaler Prozession; Gefahr droht von keinem, den eine Frau geboren hat; solange der Wald von Birnam nicht aufs Schloss zumarschiert, kann nichts passieren.
Die...
Eine Fabrik, deren Produkt für den Energiehunger der Industrie unerlässlich ist, fliegt in die Luft. Arbeiter sterben. Der Betreiber ist erschüttert und will die Produktion einstellen. Aber von seinem Vorschlag, die auf sein Produkt angewiesene Industrie entsprechend umzurüsten, halten die Wirtschaftsbosse nichts: «Die Kosten wären Ruin!», empören sie sich.
Was aus...
Die Grenze zu Russland ist lang, aber auch das dürften die Finnen entspannt und
lakonisch hinnehmen. Im Norden Europas hält man Kontakt zu eisigen Polarnächten und geht etwas öfter in die Sauna, im Süden leuchtet auf der anderen Seite der Ostsee Sankt Petersburg. Und dazwischen? In Finnland, so Jukka-Pekka Pajunen, Länder-Scout des diesjährigen Stückemarktes,...
