dosenfleisch
§4 vom gefühlsstau
fernfahrer es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, erst wenn sie nicht mehr ist. hält auch der
wagen an, der körper will noch weiter fahren. der körper will nach hause fahrn zu frau und kind, weil träg eine beharrlichkeit da in dem körper wohnt, wenn er erstmal in gleichförmige bewegung ist versetzt. das ist was physikalisches. der körper, unsrer, ist halt leider
anfällig fürs physikalische.
und durchs abrupte anhalten, zu dem wir jetzt gezwungen sind, durch diese unterbrechung unsrer fahrt, bildet sich in uns drin ein drang, ein innerer bewegungszustand,
der weiter will, doch nicht befriedigt wird. das weiterwollen und nicht weiterkönnen, das ist der grund für diesen stau, gefühlsstau in uns drin. und könnten längst zu hause sein, wenn nicht die nacht hereingebrochen wär, was uns zum zeitabhocken hier an dieser tanke zwingt. und in dem augenblick, und in dem augenblick, und in dem augenblick, da könnten wir die unsrige schon an den armen halten, dem gefühlsstau in uns drin schon freie fahrt in sie rein lassen. käm da drei tage kein verkehr ins stocken. doch so muss man nochmal die ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Stücke des Jahres, Seite 94
von Ferdinand Schmalz
Wie soll die Zukunft des Theaters aussehen? Meine Antwort darauf ist: das Stadttheater bewahren – und weiterentwickeln! Es ist noch immer eine Utopie für mich: die Idee einer Versammlung verschiedenster Alters- und Berufsgruppen in ästhetischer Auseinandersetzung mit einer Sache und als Gesellschaft mit sich. Es geht darum, die Frage «wer bin ich, wer sind wir?»...
Man kann viel mehr sehen, wenn man nur genau hinsieht», schreibt David Gieselmann in seiner Komödie «Falscher Hase». Was könnte dem flüchtigen Blick beim zu schnellen Hinschauen denn entgehen? In «Container Paris» zeigt sich auch bei ganz genauer Betrachtung nur eins: das Nichts.
Im Zentrum des neuen Stückes von David Gieselmann steht ein Container. Genauer...
In meiner Vorstellung ist dieses Theater eine architektonische, räumliche Erweiterung meines Körpers. Ein Wahrnehmungsapparat. Was sich eröffnet, ist ein Ort, in dem alles fröhlich uneindeutig ist, so klar es auf den ersten Blick auch erscheinen mag. Die Architektur, die Schichtung des Baumaterials, die Wände. Oder die Türen, mit flackernden Notausgangsschildern,...
