Freie Szene: Als ob alles gut gehen würde

Auf dem zweiten Flausen-Kongress in Köln diskutiert die Freie Szene finanzielle und politische Spielräume

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Putzt euch die Zähne – und hofft, dass ihr den Tag überlebt!», mit diese Appell entlässt Nikita Dhawan die rund 150 Teilnehmenden des zweiten Flausen-Bundeskongresses «The Politics of Art» in den Tag. Das hat man davon, wenn man die renommierte Professorin für Politische Theorie und Gender Studies nach der Rolle von Kunst und Moral in politisch desolaten Zeiten fragt. Statt eines Rezepts bekommt man einen 20-minütigen Parcours in Höchstgeschwindigkeit, von Marx über Seneca bis zu Gayatri Spivak und zurück.

Ohne Erfolgsgarantie 

Dhawan eröffnet ihre extrem unterhaltsame Keynote zu Theater, Politik und Moral auf dem Vernetzungstreffen der Freien Szene im FWT Köln mit einer vehementen (englischsprachigen) Verteidigung des viel gedissten (deutschen) Begriffs «Mitleid». Etymologisch benenne der ein Mit-Tragen des Leides anderer. Das sei nun einmal mehr und zielführender, als Elend bloß zu bezeugen – auch in der Kunst. Einerseits. Andererseits schickt sie Seneca ins Rennen, der den Ausschluss von Affekten als Basis für ethisches Handeln propagiert. Dann lässt sie noch Aristoteles mit der Fahne des «Eleos» antreten: Mitfühlen als Weg zur Katharsis. Beide werden wiederum ausgebremst durch ...

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Theater heute April 2019
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Cornelia Fiedler

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