«Hey, das ist ein Hochgenuss!»

Sprechen über Schauspielerei: Die SchaupielerInnen des Jahres, Caroline Peters und Edgar Selge, über die Wagenburg Theater, die Bühne als Entlastungspodest, das Spiel mit dem Zuschauer und die Lust, die vierte Wand einzureißen

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Ein Raum in den Münchner Kammerspielen. Die beiden Schauspieler des Jahres fallen sich lachend um den Hals. Vor Jahren haben sie einmal zusammen am Wiener Burgtheater gespielt, in Jan Bosses «Othello»: Edgar Selge war Jago, Caro­line Peters seine Frau Emilia. Das Ehepaar ist sofort wiederbelebt, als die Fotografin auftaucht. Edgar Selge zückt den Kamm: «Mit dieser Houellebecq-Mähne sehe ich immer so scheiße aus auf Fotos.» Caroline Peters: «Ich kann Dir ein Haargummi geben.» Selge: «Um Gottes Willen! Dann sehe ich aus wie Peter Stein!» Peters: «Das wollen wir nicht.

Das wäre eine Fehlinszenierung.»

Theater heute Wir wollen mit Ihnen ein Gespräch über Schauspielerei führen, getreu dem Titel einer Veranstaltung beim diesjährigen Berliner Theatertreffen: Worüber reden wir, wenn wir über Schauspielerei reden? Dabei kam sehr Unterschiedliches zur Sprache: Der Impulsvortrag der Theaterwissenschaftlerin Doris Kolesch handelte von der neuen Vielfalt – Romane, Filme, Installationen – und gipfelte unter Verweis auf Deleuze im Schauspieler als einer Art von performativem Papagei. Danach plädierte die Regisseurin Daniela Löffner für die Verteidigung der Figur und psychologisch-realistisches ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Schauspieler des Jahres, Seite 62
von Caroline Peters/Edgar Selge

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