Viel Theater um nichts

Darmstadt, Staatstheater: Jordi Galceran «Adieu, Herr Minister» (DE)

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Eigentlich wollte Carsten Lusch endlich Schluss machen. Nachdem er sich zuletzt ein Haus von einem Bauunternehmer schenken ließ, ist seine Karriere als Energieminister passé. Ein Jour­nalist, mit dem dann auch noch seine Frau durchbrannte, hat die korrupten Seilschaften aufgedeckt. Nun sitzt der gestrauchelte Phrasendrescher hinter der Glanzfassade seines schmucken Hauses zwischen Stereotürmen und Retromobiliar, hält sich die Pistole an den Kopf und wartet noch auf das letzte Abenteuer seines zusammengestürzten Bilderbuchlebens: eine Prostituierte.

Jordi Galcerans Stück «Adieu, Herr Minister», das derzeit in der deutschsprachigen Erstaufführung am Staatstheater Darmstadt zu sehen ist, beginnt als bissige Persiflage auf einen moralisch maroden Politikbetrieb. Über der persönlichen Tragödie gaukelt netter Sprachwitz, und auch Andrea Thiesens Akteure geben ihr Bestes. Doch aller Slapstick kann einen schwachen Text kaum retten. Denn was als Satire beginnt, ver­sickert im Klamauk.

Geradezu schicksalhaft schneit Handelsvertreterin Sonja (Gabriele Drechsel) wie ein rettender Engel in das Interieur des Suizidgefährdeten (Matthias Kleiner), lässt sich nicht abwimmeln und entpuppt sich als ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Björn Hayer

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