Ein offener Brief
Liebe Beatrice Ask,
es gibt vieles, was uns unterscheidet. Du bist Mitte der fünfziger Jahre geboren und ich gegen Ende der siebziger Jahre. Du bist eine Frau, ich bin ein Mann. Du bist Politikerin und ich Schriftsteller. Aber es gibt manches, was uns verbindet. Wir haben beide internationale Wirtschaftswissenschaften studiert (ohne Abschluss), wir haben ungefähr die gleiche Frisur (obwohl die Haarfarbe uns unterscheidet). Und wir sind beide vollwertige Staatsbürger dieses Landes, innerhalb seiner Grenzen geboren, vereint durch Sprache, Fahne, Geschichte, Infrastruktur.
Wir sind vor dem Gesetz gleich.
Daher war ich sehr überrascht, als Du letzten Donnerstag im Radioprogramm «P1 Morgon» gefragt wurdest, ob Du als Justizministerin besorgt bist, wenn Personen (Mitbürger, Steuerzahler, Wähler) behaupten, dass sie von der Polizei angehalten und nach ihrem Ausweis gefragt wurden, nur aufgrund ihres (dunklen, nicht blonden, schwarzhaarigen) Aussehens. Und Du geantwortet hast: «Die Erfahrung, ‹warum gerade ich befragt› wurde, ist sicherlich eine sehr persönliche. Es gibt manche, die bereits vorbestraft sind und das Gefühl haben, dass sie ständig befragt werden, obwohl man niemandem ansieht, ...
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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Neue Stücke, Seite 33
von Jonas Hassen Khemiri
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