St. Pölten: Grillparzer fast forward

Grillparzer «Das goldene Vlies»

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Das goldene Vlies aus der Argonautensage ist so etwas wie der «McGuffin» bei Hitchcock: ein sagenumwobenes Ding, um das sich alles dreht, obwohl es selbst eigentlich nichts zur Sache tut. In seiner Trilogie «Das goldene Vlies» (1821) liefert der österreichische Klassiker Franz Grillparzer zur Medea-Tragödie noch die Vorgeschichte dazu. Im ersten Teil, dem Einakter «Der Gastfreund», erfahren wir, wie das Vlies zu seinem schlechten Ruf kam. Im zweiten Teil, «Die Argonauten», wird die Amour fou zwischen dem Griechen Jason und der Barbarin Medea erzählt.

Erst der dritte Teil, «Medea», beinhaltet dann das bittere Ende der Geschichte.

4500 Verse umfasst die Trilogie insgesamt. Viele davon bekommt man im Landestheater Niederösterreich nicht zu hören. Regisseurin Alia Luque hat «Das goldene Vlies» so beherzt eingestrichen, dass die reine Spielzeit bloß 95 Minuten beträgt; das dürfte Rekord sein. Dazu kommt, dass in die St. Pöltener Textfassung auch noch Zitate aus jüngeren «Medea»-Bearbeitungen – von Jean Anouilh, Per Lysander/Suzanne Osten, Heiner Müller und Christa Wolf – eingearbeitet wurden, und sogar ein paar Verse Erich Fried: «Die Gewalt fängt nicht an, wenn einer ...

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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Wolfgang Kralicek

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