Koma im Westen
Die Schauspiel-Legende Mia Farrow und der renommierte Regisseur und Dramatiker James Lapine hätten vielleicht wissen müssen, dass sie mit «Fran’s Bed», der temporeichen und glanzvoll ironischen Inszenierung über eine Komapatientin, die schläfrige New Yorker Theaterwelt nicht aus ihrem eigenen Koma reißen würden. Klassisches in Protokollpflicht des Dramas erwarten Theatergänger und Kritiker vom hiesigen Sprechtheater. Liebenswürdige Figuren sollen sich auf teuer eingerichteten Wohnzimmerbühnen etwas gekünstelt miteinander unterhalten.
Hilton Als, der Theaterkritiker des «New Yorker», der unter anderem für seine Tiraden gegen das Theater in Deutschland bekannt ist, fand die Inszenierung im Playwrights Horizons gleich so banal, dass es ihn sprachlos gemacht habe. Eiserne Mienen waren auch im von Parfümwolken umhüllten Publikum zu beobachten.
Dabei hat schon lange mehr kein New Yorker Theaterstück auf so grandiose Weise eine der bedeutendsten Kontroversen im zeitgenössischen Amerika aufgegriffen. Seinen Anfang nimmt es mit einem Selbstmordversuch der Hauptfigur Fran (Mia Farrow). Dieser gelingt es jedoch nicht ganz, sich ins Jenseits zu befördern. Stattdessen schafft sie es nur, ...
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