Wir sind noch mal davongekommen
Herz, mein Herz, was soll das geben? Was bedränget dich so sehr?», will man mit dem lyrischen Goethe emphatisch ausrufen, wenn einem im Bochumer Schauspielhaus Herzfrequenz-Töne entgegenwummern. Im Dunkeln kauert vor einer hochragenden, alles beherrschenden Wand Antigone. Der Clou der von Tina Lanik inszenierten Sophokles-Tragödie (Übersetzung Walter Jens) ist die Bühne und ist der Chor.
Magdalena Gut legt einen wie rostig geschmirgelten Kasten quer, dessen untere Hälfte sich um die eigene Achse dreht und wie ein Riesenriegel die Tiefe des leeren Raumes abschottet.
Es ist, als würde diese Maschine den Part der Götter übernehmen und nach ihrer physikalischen Gesetzmäßigkeit die Menschen bewegen wie die Olympier die Sterblichen nach den ihnen eigenen Dispositionen.
Auf der Box sowie in ihrem Innern und ihrem Schatten wird gespielt, geklettert, paradiert. In der Längsfläche öffnet sich ein Verschlag: für ein Glück im Winkel, in dem die zur Kleinfamilie Biedermann geschrumpfte (Chor-) Stimme des Volkes gemütliches Beisammensein pflegt. Der Vater, vielleicht Oberstudienrat im altphilologischen Fachbereich (Bernd Rademacher), die ondulierte Hausfrau und Mutter (Manuela Alphons), ...
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Die Dramaturgie ist von klassischer Schönheit: Auf eine gemütliche Introduktion (Einführung der Protagonisten, Ensemblebildung, Problemexposition) folgen sukzessive Zuspitzung, erste Konflikte, Beschleunigung des Tempos bis zum Crescendo, Peripetie, schließlich Showdown und Resultat. Danach die Kritik.
Das Stück heißt: «Zehn Mal bemerkenswert!» Die Protagonisten,...
Und schon wieder haben wir was gelernt! Die «Bild»-Zeitung berichtete zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal über das Phänomen der «Wanderbaustelle», nämlich über die beiden ganz auf dem Boulevardmist gewachsenen deutschen Gesellschaftsdamen Kader Loth und Tatjana Gsell, die beide Deutschland mit ihren überhaupt nicht gottgegebenen Reizen bezirzen und sich...
Für Literaten ist ein Engagement in Hollywood zumeist ein zweischneidiges Schwert. Viele Autoren können davon berichten, wie lukrativ das Schreiben für die Filmstudios ist, aber auch davon, wie folgenlos diese Arbeit meistens bleibt. Bret Easton Ellis prahlt in seinem neuen, autobiografisch angehauchten Roman «Lunar Park» damit, dass er lediglich ein paar...
