Alphamädchen und Terror-Frau
Im vorgerückten Alter erinnert man sich gern an glorreiche (Schand-)Taten aus der Jugendzeit, das ist bei Menschen nicht anders als bei Theaterinstitutionen, und so begehen die Münchner Kammerspiele ihre Jubiläumssaison zum hundertjährigen Bestehen mit einer Reihe von Neuinszenierungen seinerzeit mehr oder weniger skandalumwitterter Werke, die das literarische Profil des Hauses entscheidend mitgeprägt haben.
Den Anfang machte im Dezember Frank Wedekinds sonst selten gespieltes «modernes Mysterium» «Franziska», frisch arrangiert von Andreas Kriegenburg, folgen werden noch «Bauern Sterben» von Franz Xaver Kroetz in der Regie von Armin Petras und Marieluise Fleißers «Fegefeuer in Ingolstadt» (das allerdings erst 1977 an den Kammerspielen aufgeführt wurde), inszeniert von Susanne Kennedy.
In den turbulenten Anfangsjahren vor dem Ersten Weltkrieg war der notorische Bürgerschreck Wedekind für die aufstrebende Schwabinger Bühne (die Kammerspiele residierten damals noch in der Augustenstraße) ein willkommenes Zugpferd, und wenn er wie in diesem Fall auch noch selbst auftrat, zusammen mit seiner Frau Tilly in der Titelrolle, war der Erfolg ebenso vorprogrammiert wie der werbewirksame ...
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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Silvia Stammen
Lange muss Elektra warten, bis sich ihre Racheträume an der eigenen Mutter erfüllen. Karin Henkel hat sich in Zürich die attische Familienmetzelei neu angesehen – und zwar von zwei Seiten!
Peter Fitz war seinen Mitspielern wie Bernhard Minetti oder Otto Sander immer ein großer Zweiter, der den Ersten jederzeit über den Kopf wachsen konnte. Ein Nachruf
Über ein...
Bora Bora, gleich bei Tahiti, war seine Lieblingsinsel, Bombays Bordellviertel faszinierte ihn – dieser rot-gold-glosende Rausch aus Gerüchen, Lüsten und Farborgien; er tauchte weit hinab in den Prunk der Tiefsee (unter Larven die einzig fühlende Brust) und stiefelte rauf zum Himalaja: «Schon als junger Mann wollte ich den Nanga Parbat sehen – es ist mir gelungen!»
...Eigentlich ein ganz sympathischer Gedanke: Was die Welt im Innersten zusammenhält ist – nichts. Hinter und zwischen den Menschen, Dingen und Verhältnissen regiert kein verborgener Zusammenhang oder sonstige Bestimmungen höherer oder tieferer Art, sondern der reine Zufall. Und wer doch ein bisschen Großstruktur und Zielrichtung braucht, muss äußerst bescheiden...
