Brav im Kampf, wild danach

In Frankfurt beginnt das Schauspiel mit Krieg und Nachkrieg: Jürgen Kruses «Draußen vor der Tür» und Jorinde Dröses «Nibelungen»

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Die Frankfurter Kammerspiele, das Kleine Haus, waren noch nie mehr als eine Schachtel. Wenn man, wie jetzt Jürgen Kruse, so viel Zeug hineinstopft, dass man den Deckel nicht mehr zubekommt, sieht man, wie hart gequetscht das Bühnenleben hier immer ist.

Kruse stört das nicht, er findet hier die Grenzen, die er sprengen kann. Die Zuschauer sitzen in ihrem angehängten Schacht, und Kruse füllt die Schachtel mit einer Flut von Zitaten, Sätzen, Gedanken und Assoziationen, vor allem aber vielen, vielen Sachen.

Da sind Meereswellen und schöne Maiden mit Blumenkränzen und ein schmutziger Vorhang, dann sind da ein Galgen, weit gespreizte Frauenbeine, ein großes O. Die Bühne ist ganz mit schwarzer Folie ausgeschlagen.

Es brummt, und Möwen schreien. Durch einen Ventilator fällt Licht, Lampen werfen dem Zuschauer Licht in die Augen. Da ist Regen und wieder Schmutz, vor allem aber noch viel Kruscht. Unter anderem ist Kruses Kunst Aufbewahrungskunst, Abfallkunst, Schachtelkunst.

Jürgen Kruse, in Frankfurt vor vielen Jahren schon mal Hausregisseur, hat daselbst Wolfgang Borcherts sogenanntes Kriegsheimkehrerdrama «Draußen vor der Tür» – nicht – inszeniert. Er tappt nicht in die Aktualitätsfalle ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Peter Michalzik

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