Nürnberg: Katharsis zwischen zwei Bieren

Owen McCafferty «In aller Ruhe»

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Eigentlich ist das ein unverfänglicher Ort: ein Pub am Ende der Straße, wo man ein wenig rumhängt am Feierabend, ein, zwei dunkle Bier trinkt, redet, Fußball schaut. Und es sieht auch so aus, als würde dieser Tag friedlich und ereignislos ausklingen: Jimmy kommt, bestellt und fachsimpelt mit Wirt Robert über ein Match. Doch Jimmy ist nervös, er wartet auf jemanden. Und er rät Robert, sich herauszuhalten aus dem, was da gleich geschehen wird.

So harmlos alltäglich beginnt Owen McCaffertys Kammerspiel «In aller Ruhe».

Als Ian (Heimo Essl) kommt, verabreicht Jimmy (Michael Hochstrasser) ihm grußlos erst einmal einen Schlag in die Magengrube. Keine Fragen, keine Argumente, kein Abwarten – die Gewalt spricht. Von da ab schält sich ganz langsam der Kern dieser Geschichte heraus. Die beiden Gegner, die sich aus der Kindheit kennen und sich Jahrzehnte nicht mehr gesehen haben, umkreisen einander, es ist ein Lauern und Abtasten mit Worten und Erinnerungen. Die Vergangenheit nimmt mit jedem Satz mehr Gestalt an, der Grund der Auseinandersetzung wird erschreckend klar: Wir befinden uns in Belfast, und der Bürgerkrieg geht in den Köpfen der einstigen Feinde weiter.

 

Ian, der Protestant, hat ...

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Theater heute April 2015
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Bernd Noack

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